Der Traum vom fünften Final Four

01.08.2011

Die HSG erwartet im Achtelfinale des DHB-Pokals morgen die MT Melsungen

In acht Bundesliga-Duellen mit den Nordhessen kam der Sieger stets aus Nordhorn. Und auch wenn die Vorzeichen mittlerweile völlig verändert sind, rechnet sich der Zweitligist gegen den 16. der 1. Liga eine Chance aus, das Viertelfinale zu erreichen – und da wäre sogar ein Duell mit einem Zweitligisten möglich.

Zwei Siege noch und die HSG Nordhorn-Lingen wäre zum fünften Mal bei einer Endrunde um den deutschen Handball-Pokal in Hamburg dabei. „Das ist Wunschdenken“, sagt Trainer Heiner Bültmann vor dem Achtelfinale morgen gegen die MT Melsungen (19.30 Uhr, Euregium). Doch zumindest im Umfeld des Grafschafter Zweitligisten gebe es das, gibt Bültmann zu. Und sollte seinem Team morgen gegen den Tabellen-16. der 1. Liga die Überraschung gelingen, weiß der Nordhorner Trainer, „gibt es im Viertelfinale die Chance, gegen einen Zweitligisten zu spielen.“ Denn: Mit dem VfL Bad Schwartau und dem Dessau-Roßlauer HV stehen sich zwei Liga-Rivalen der HSG in der Runde der letzten Acht gegenüber.

Außerdem treffen mit dem TV Emsdetten (gegen SC Magdeburg) und dem Bergischen HC (gegen Frisch Auf Göppingen) zwei weitere Zweitligisten auf Klubs aus dem Oberhaus. Und mit der HSG Gensungen-Felsberg (gegen Rhein-Neckar Löwen) ist sogar noch ein Drittligist im Rennen. Komplettiert wird das Achtelfinale durch die Erstliga-Duelle TSV Hannover-Burgdorf gegen SG Flensburg-Handewitt, TuS N-Lübbecke gegen THW Kiel und Füchse Berlin gegen HSV Hamburg.%break%

„Man sollte nicht träumen“, bevorzugt Bültmann eine realistische Einschätzung. Und da muss sein Team morgen eine äußerst hohe Hürde überwinden, wenn es den Weg Richtung Final Four in Hamburg fortsetzen will, auf dem es bislang auf die Drittligisten aus Beckdorf (25:21), Ahlen (39:33) und Springe (34:26) traf. Die Melsunger hatten es da einfacher, ließen wie alle Erstligisten die erste Runde aus, hatten danach ein Freilos und schalteten in Runde drei mit TuSpo Obernburg (38:33) den Tabellenletzten der 2. Liga Süd aus. Trainer Michael Roth, der im November für den entlassenen Matjaz Tominec beim damals sieglosen Tabellenletzten anheuerte, verfügt über eine mit internationalen Spitzenkräften wie dem kroatischen Torhüter Mario Kelentric, dem serbischen Spielmacher Nenad Vuckovic, dem griechischen Trio Sanikis, Vasilakis und Karipidis sowie dem deutschen Weltmeister Andrej Klimovets gespickte Truppe, die man eigentlich in höheren Bundesliga-Gefilden erwarten würde: „Den Kader und den Etat dazu haben sie“, sagt Bültmann.

Insofern haben die Nordhorner nach Ansicht ihres Trainers „nichts zu verlieren und können befreit aufspielen“, aber Bültmann stellt auch klar: „Das heißt nicht, dass wir es locker nehmen; wir wollen gewinnen.“ Bobby Schagen musste gar auf Geheiß des Trainers eine Einladung zur Junioren-Nationalmannschaft der Niederlande ausschlagen, die sich von Montag bis Mittwoch zu einem Lehrgang in Burgsteinfurt einquartiert hat. Schließlich soll sich der erfolgreichste HSG-Torjäger ganz auf Melsungen konzentrieren. Und auch die übliche Krafteinheit gestern morgen wurde gestrichen: „Sonst ist die Belastung in dieser Woche zu groß“, erklärt Bültmann.

Rein statistisch kann gegen Melsungen sowieso nichts schief gehen: Alle acht Erstliga-Duelle mit den Nordhessen hat die HSG gewonnen. Dass das eine andere Handball-Epoche in Nordhorn war, ist Bültmann klar: „Das sind jetzt ganz andere Vorzeichen.“

von Frank Hartlef