Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Rückzugsverhalten

01.08.2011

Wie die HSG den Schwartauer Torjäger Schult stoppen will

Als Trainer Heiner Bültmann die Handballer der HSG Nordhorn-Lingen gestern beim Videostudium mit dem nächsten Gegner vertraut machte, da war einer der wichtigsten Punkte, wie der gefährlichste Werfer des VfL Bad Schwartau (heute, 19 Uhr, Hansehalle, Lübeck) zu stoppen ist.

Mit 68 Toren ist Jan Schult derzeit der erfolgreichste Torjäger der 2. Handball-Bundesliga Nord. „Komplett ausschalten kann man ihn nicht“, sagt Bültmann. Nicht mal eine Manndeckung zeigt Wirkung. Einige Mannschaften hätten das gegen den rückraumspieler versucht. Ergebnis: „Da hat er dann zwölf Tore gemacht.“ Auch der HSG hat der wuchtige Rechtshänder, der Dynamik und Wurfkraft perfekt zu verbinden weiß, in der vergangenen Saison insgesamt 15 Treffer eingeschenkt, neun im Hinspiel im Euregium (38:33), sechs beim Rückspiel in Lübeck (28:28). „Er ist stark bei der zweiten Welle und wenn er mit Fahrt kommt, ist er kaum zu stoppen“, analysiert Bültmann.

Ein Schlüssel, wie man Schult zumindest teilweise seiner Stärken berauben kann, liegt im Rückzugsverhalten. „Wir müssen schnell zurück, uns ordnen und attackieren“, lautet die HSG-Devise daher, wenn der eigene Angriff beendet ist. Denn wenn die Schwartauer erst einmal in Ballbesitz sind, so Bültmann, „gehen sie mit aller Wucht nach vorne“. Und außer Schult verfügen sie mit dessen Rückraumkollegen Matthias Hinrichsen und Toni Popolinski oder Linksaußen Dennis Tretow über weitere starke Akteure.%break%

Doch auch wenn die Schwartauer daheim noch ohne Punktverlust sind, die letzten sechs Punktspiele gewannen und auch im Pokal gegen Süd-Zweitligist TV Korschenbroich (36:31) alles im Griff hatten, fahren die Nordhorner nicht ohne Hoffnung auf den ersten Auswärtserfolg dieser Zweitligasaison nach Schleswig-Holstein. Zuversicht geben bislang zwei Siege in dieser englischen Woche gegen Emsdetten und im Pokal in Springe. Da habe beispielsweise das Rückzugsverhalten „gut funktioniert“, sagt Bültmann. Und: „Das gibt Selbstvertrauen und das brauchen wir gegen schwartau auch.“

Problem: Der zweite Torhüter Dennis Bartels hat sich krank abgemeldet. Für ihn soll einer der anderen Torhüter aus dem Kader der Reserve, die spielfrei ist, nachrücken. In Frage kommen Remko Bezoen, Stefan Breer oder Torben Koning.

von Frank Hartlef