"Der Druck liegt bei Minden"

01.08.2011

HSG-Torwart Buhrmester über seinen Ex-Klub, die Siegchancen und die Nummer 12

Björn Buhrmester steht im zweiten Jahr im Tor des Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen und ist ein sicherer Rückhalt seines Teams. Morgen (17 Uhr) trifft der 25-Jährige im Euregium auf seinen Heimatverein GWD Minden. Über das attraktive Spiel gegen das Top-Team der Liga sprach Buhrmester mit GN-Redakteur Holger Wilkens.

Herr Buhrmester, Sie spielen morgen gegen Ihren Ex-Klub. Schön, dass Sie nach dem Abstieg von GWD Minden die Gelegenheit dazu haben? Oder schade, dass Minden nicht mehr in der 1. Liga spielt?

Klar finde ich es schade, dass GWD abgestiegen ist. Für die Region sind zwei Erstligisten mit den entsprechenden Derbys eine tolle Sache sind. Aber natürlich freue ich mich jetzt auf das Spiel.

Wie groß sind noch Ihre Kontakte nach Ostwestfalen?

Ich bin in Minden geboren, habe in der Jugend für GWD gespielt. Auch wenn sich die Mannschaft seit meinem Wechsel im Jahr 2008 nach Nettelstedt stark verändert hat, ist für mich ein Spiel gegen einen früheren Verein etwas ganz Besonderes – gerade weil ich ja nicht so häufig gewechselt bin und daher nur wenige Ex-Klubs habe.

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Welche Spieler aus ihrer Mindener Zeit treffen Sie morgen denn wieder?

Mit Georg Auerswald habe ich schon zusammengespielt, und auch Jannis Helmdach kenne ich noch von damals. Viele sind es allerdings nicht mehr. Aber ein paar Spieler des Gegners kenne ich persönlich ganz gut, Torwart Nils Dresrüsse zum Beispiel. Schön, diese Spieler mal wiederzusehen.

Minden gilt als Top-Favorit der Liga, hat den sofortigen Wiederaufstieg als klares Ziel formuliert. Welche Chancen rechnen Sie sich morgen aus?

Wir haben ein richtig gutes Team zusammen, aber Minden hat zum Teil noch mehr individuelle Klasse und ist breiter aufgestellt. Mit Dalibor Doder, Aljoscha Schmidt und anderen Spielern ragt GWD in der 2. Liga schon heraus. Aber: Der Druck liegt bei Minden, jeder Punktverlust kann später bedeutsam sein. Wir haben ein Heimspiel, wollen vor unseren Zuschauern alles geben und gewinnen. Die Chance dazu haben wir.

Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft hat sich in Ihrem zweiten Jahr in Nordhorn verändert. Im Torhütergespann mit Dennis Bartels sind Sie die klare Nummer eins. Eine Belastung?

Zunächst einmal ist es ein gutes Gefühl, das Vertrauen des Trainers und des Vereins zu spüren. Ich weiß, welche Rolle ich in der Mannschaft einnehme. Ich trage eine besondere Verantwortung – diese trage ich aber gerne.

Und trotzdem steht die Nummer 12 auf Ihrem Rücken, die „1“ fehlt im Kader...

Das ist richtig. Vor der Saison bin ich gefragt worden, ob ich meine „12“ behalte will, und ich trage die Nummer gerne. Ich habe sie schon in Minden gehabt. Für die Rangordnung hat die Trikotnummer natürlich keine Bedeutung.

Ihre Qualitäten haben Sie schon zum Saisonauftakt gezeigt. Beim 33:27-Sieg gegen Altenholz standen 16 Paraden zu Buche.

Das Spiel gegen Altenholz war schon in Ordnung, gerade in der ersten Halbzeit lief’s ganz gut. Aber jetzt kommt Minden.

Und wie bereiten Sie sich auf den starken Gegner vor?

Beim Videostudium stellt man sich auf die Haupttorschützen ein. Die Wurfmuster hat man dann im Hinterkopf, aber im Spiel läuft es dann doch ganz anders.

 

von Holger Wilkens