Das erste Stückchen Abschied

01.08.2011

Für Machulla rückt Wechsel nach Hamm näher – Bültmann: Kader breit aufstellen

Gegen Dessau-Roßlau bestritt Maik Machulla sein vorletztes Heimspiel für die HSG Nordhorn-Lingen. Und der 33-Jährige zeigte den Zuschauern noch einmal eindringlich, warum sie ihn und seine handballerischen Qualitäten in Nordhorn sicher noch sehr vermissen werden.

Das Zweitligaspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV war schon lange abgepfiffen, als Maik Machulla immer noch in seinem verschwitzen Trikot auf der Platte stand und geduldig jeden Autogrammwunsch erfüllte. Auch die vielen jungen Fans, die um ein Foto mit dem Spielmacher der HSG Nordhorn-Lingen baten, enttäuschte er nicht. Szenen, die einen kleinen Vorgeschmack geben auf das, was ihn am 22. Mai erwarten könnte. Dann trägt Machulla nach acht Jahren zum letzten Mal das rote Jersey. „Man denkt schon ein bisschen daran“, sagt der Spielertrainer, der seit 2002 mehr als 900 Tore für Nordhorn warf. Und beim Aufwärmen vor dem Dessau-Spiel ging es ihm durch den Kopf: „Das ist heute das zweitletzte Spiel vor den eigenen Zuschauern.“

Der Wechsel von der Grafschaft nach Hamm, wo Machulla beim designierten Erstliga-Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm einen Dreijahresvertrag unterschrieb, wirft natürlich seine Schatten voraus. „Man muss viel organisieren, wenn die ganze Familie umzieht“, sagt er. Am Freitag erst war er in Hamm, sah den wenig glanzvollen 31:28-Sieg des Tabellenführers ASV Hamm gegen Hildesheim. Schon am Sonnabend kann – wenn es gut läuft – beim zukünftigen Kooperationspartner Ahlener SG die Meisterschaft klar gemacht werden. Ein Spiel mit einem etwas komischen Beigeschmack, wie selbst Machulla findet.%break%

Die Nordhorner haben noch den dritten Platz im Blick, und daran hat Machulla mit seiner großen Erfahrung und seinen handballerischen Qualitäten großen Anteil. Wie wertvoll er für die HSG ist, war am späten Sonntagnachmittag im Euregium wieder eindrucksvoll zu erkennen: Gegen seinen Ex-Klub aus Dessau stach der 33-Jährige nicht nur wieder als umsichtiger Spielgestalter heraus, der das Tempo im Nordhorner Spiel vorgibt, sondern bewies schon früh seine Torgefahr: Nach sieben Minuten stand es 3:2, alle drei Tore für den Gastgeber besorgte Machulla. Bis zum Spielende kam er auf neun Treffer und war damit bester Werfer der HSG.

Mit Alex Terwolbeck aus dem eigenen Nachwuchs, der diese Saison in der A-Jugend, der Oberliga-Mannschaft und in der Zweitliga-Truppe spielte, hat die HSG ein Talent in den eigenen Reihen, der über Spielmacher-Qualitäten verfügt. Trotz guter Ansätze käme die ein Dauereinsatz in der 2. Liga aber zu früh für den 18-Jährigen – zumal die Qualifikationsaison für die eingleisige 2. Liga ansteht. „Wir müssen neue Spieler holen“, betonte Trainer Heiner Bültmann nach dem Dessau-Spiel trotz der guten Vorstellungen von Terwolbeck (2 Tore) und dem nur ein Jahr älteren Linkshänder Eike Rigterink (4 Tore). Bei dem Ziel, einen Startplatz im Bundesliga-Unterhaus der Saison 2011/12 zu ergattern, wollen die Nordhorner ihren Kader künftig in der Breite besser aufstellen. „Wir haben eine kleine Mannschaft und zum Glück kaum Verletzungen gehabt. Das muss aber nicht immer so sein“, warnt Bültmann.

 

von Holger Wilkens