Buhrmester rettet wichtigen Sieg

01.08.2011

Die HSG spielt gegen den 1. VfL Potsdam nicht optimal, gewinnt aber 31:30

Die Nordhorner bleiben in eigener Halle ungeschlagen und schraubten ihre Bilanz im Euregium auf 13:1 Punkte. Beim insgesamt siebten Sieg in dieser Saison machten sie sich mit vielen technischen Fehlern das Leben jedoch unnötig schwer.

Als Björn Buhrmester wenige Sekunden vor Schluss auch den letzten Wurf von Enrico Bolduan abgewehrt hatte, wussten seine Kollegen und die Fans der HSG Nordhorn-Lingen endgültig, bei wem sie sich für den 31:30 (15:16)-Sieg gegen den VfL Potsdam zu bedanken hatten. „Björn hat uns gerettet“, lobte Trainer Heiner Bültmann seinen Torhüter im Kabinengang, während in der Halle Fans und Spieler des Grafschafter Handball-Zweitligisten den sechsten Heimsieg der Saison mit der „Humba“ feierten.

Das hatte sich die Mannschaft redlich verdient. In einem spannenden Spiel zweier Spitzenmannschaften hatte sie zwei wichtige Punkte erobert, weil sie sich außer auf ihren Torhüter auch auf die eigenen kämpferischen Qualitäten verlassen konnte. So ließen sich die spielerischen Defizite, die sich in zahllosen technischen Fehlern niederschlugen, gut kompensieren. Das Lob von Trainer und Kollegen ließ Buhrmester daher an sich abprallen wie zuvor die gegnerischen Würfe gerade in wichtigen Momenten, wie zum Beispiel bei seinem zweiten gehaltenen Siebenmeter gegen Bolduan beim Stand von 31:29 (59.): „Wir haben verdient gewonnen, weil sich die komplette Mannschaft in der zweiten Halbzeit gesteigert hat und bis zum Ende gekämpft hat“, stellte er die Teamleistung in den Vordergrund.%break%

Allerdings hätten die Nordhorner um die herausragenden Torschützen Nils Meyer (10 Tore), Matthias Struck (8) und Bobby Schagen (6/4) es weitaus leichter haben können, ihre Bilanz mit dem siebten Saisonsieg auf 15:7 Punkte zu schrauben und sich damit als Fünfter im Verfolgerfeld hinter Spitzenreiter GWD Minden (20:4) zu etablieren. „Wir haben in der Abwehr phasenweise super gespielt“, sagte Meyer, „aber im Vorwärtsgang waren wir dann viel zu leichtsinnig und haben unzählige technische Fehler produziert.“ So schmolz der 10:7-Vorsprung (14.) in der ersten Halbzeit ebenso dahin wie die 24:21-Führung (46.) nach der Pause. Von den unzähligen vergebenen Chancen, sich auf zwei oder drei Tore abzusetzen, ganz zu schweigen. „Wir haben so oft die Möglichkeit wegzuziehen“, sagte Bültmann, „und machen das durch technische Fehler in der zweiten Welle kaputt.“ Was das meist zur Konsequenz hat, weiß der Trainer nur zu gut: „Normalerweise verliert man solche Spiele mit einem Tor.“

Dennoch fanden seine Spieler den Erfolg über die als Tabellendritter angereisten Gäste verdient. „Wegen der geschlossenen kämpferischen Leistung bis zum Schluss“, erklärte Buhrmester. Die letzten Sekunden mussten die Nordhorner sogar mit vier gegen sechs den knappen Vorsprung verteidigen, weil Alex Terwolbeck und Pavel Mickal Zeitstrafen abbrummten. Dass sich der Tscheche eine ziemlich unnötige Hinausstellung einfing, kommentierte Bültmann eindeutig: „Das darf nicht passieren.“ Doch gerade weil vieles nicht nach Plan gelaufen war, fand der Trainer den Erfolg besonders wertvoll: „Wir haben trotz einer nicht optimalen Leistung den Tabellendritten geschlagen – super.“

von Frank Hartlef