"Besser jetzt als im Viertelfinale"

01.08.2011

HSG findet sich mit Pokal-Aus ab – Ziel: Jahresausklang mit drei Siegen

Nach der 22:26-PokalNiederlage gegen den Erstligisten MT Melsungen können sich die HSG-Handballer voll auf die Liga konzentrieren. Und da warten bis zur WM-Pause im Januar noch drei Punktspiele, darunter am Sonntag das Heimspiel gegen den HC Aschersleben.

Als die Halbzeitpause etwas länger dauerte als gewöhnlich, wurde Nenad Vuckovic ganz ungeduldig. Der Handballer der MT Melsungen schien trotz des 10:11-Rückstands im DHB-Pokal-Achtelfinale bei der HSG Nordhorn-Lingen heiß, blickte fragend in Richtung Schiedsrichter und Zeitnehmertisch. Und tatsächlich: Als es weiterging, war der serbische Nationalspieler gar nicht mehr zu bremsen. Der Spielmacher erzielte zwischen der 38. und 48. Minute sechs Treffer, war mit acht Toren bester Werfer seines Teams. Nur weil der Erstligist Vuckovic und den ebenfalls starken Grigorios Sanikis in seinem Team hatte, setzte er sich am Mittwoch im Euregium mit 26:22 durch und steht im Viertelfinale. „Schade, wir haben alles versucht. Und ich glaube, dass nicht viel gefehlt hat“, bilanzierte HSG-Trainer Heiner Bültmann.%break%

Entsprechend enttäuscht schlichen die Nordhorner Zweitliga-Handballer in die Kabine. „Ich hatte im Spiel lange das Gefühl, dass gegen Melsungen etwas möglich ist“, sagte etwa Nils Meyer, am Mittwoch einer der Stärksten der HSG. Erst als im zweiten Durchgang vor allem Vuckovic beständig traf, steuerten die Melsunger einem am Ende klaren Sieg entgegen. Meyer wusste: „Uns haben die einfachen Tore gefehlt, die einem weiterhelfen. Klar, dass Melsungen, dann sicherer wird.“ Spätestens beim Stand von 24:18 sieben Minuten vor Schluss war die Vorentscheidung gefallen. „Gut, dass wir jetzt ausgeschieden sind und nicht erst ganz kurz vor dem ,Final-Four’-Einzug im Viertelfinale“, konnte der überragende HSG-Torwart Björn Buhrmester der Niederlage etwas Gutes abgewinnen. Und auch sein Trainer zog aus diesem unterhaltsamen Pokalabend vor nur 1081 Zuschauern Positives: „Es war eine dieser Niederlagen, aus denen man gestärkt hervorgeht“, sagte Bültmann angesichts der guten Vorstellung gegen den klassenhöheren Gegner. Vor allem die Abwehr-Leistung seines Teams in der ersten Halbzeit hatte den Coach beeindruckt.

Ehe es kurz vor dem Jahrreswechsel in eine knapp sechswöchige Weltmeisterschaftspause geht, stehen noch drei Punktspiele an: Am Sonntag (17 Uhr) kommt das abgeschlagene Schlusslicht aus Aschersleben ins Euregium, am 22. Dezember geht es zum TSV Altenholz. Und am Mittwoch, 29. Dezember, gastiert die starke Truppe von Eintracht Hildesheim zum „Top-Spiel“ in Nordhorn. „Wir wollen alle drei Partien gewinnen“, kündigte Matthias Struck mit dem Selbstbewusstsein an, dass sich die HSG-Handballer gegen Melsungen geholt haben.

von Holger Wilkens