Abwehr sichert Arbeitssieg

01.08.2011

13 Machulla-Tore beim 30:26-Sieg der HSG gegen Rostock

Den Grundstein zum Erfolg legten die Nordhorner in der Defensive: Die 6:0-Deckung und Torhüter Björn Buhrmester waren Ausgangspunkt vieler Gegenstöße, von denen vor allem Pavel Mickal profitierte.

Dass die HSG Nordhorn-Lingen in einem weitgehend ausgeglichenen Spiel der 2. Handball-Bundesliga mit 30:26 (14:12) gegen Empor Rostock die Oberhand behielt, hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen übernahm Maik Machulla, der mit 13 Toren (davon fünf Siebenmeter) bester Werfer des Spiels war, in der entscheidenden Phase viel Verantwortung; der Spielmacher erzielte die HSG-Treffer Nr. 26, 27, 28 und 29 und sorgte so dafür, dass sich sein Team von 25:24 (52.) auf 29:25 (57.) entscheidend absetzen konnte. „Das war eine Energieleistung von Maik, der uns im Alleingang durch die kritische Phase ab der 53. Minute geführt hat“, lobte Heiner Bültmann seinen spielenden Trainer-Kollegen.

Zum anderen standen die Nordhorner wesentlich besser in der Defensive; so hatte Torhüter Björn Buhrmester es leicht, mit einer starken Leistung seinen Teil zum Erfolg beizusteuern. Folge: Die HSG kam zu etlichen einfachen Toren über Gegenstöße, wobei sich vor allem Linksaußen Pavel Mickal (7) auszeichnete. „Er hatte nicht einen Fehlwurf“, war Bültmann von der hundertprozentigen Ausbeute des Tschechen angetan.

Dank dieser Qualitäten konnten es die Gastgeber kompensieren, dass es im Angriff nicht richtig rund lief. „Das lief nie wirklich flüssig“, kritisierte Bültmann.%break%

Daher trauerte Lars Rabenhorst ein wenig einer verpassten Chance hinterher. „Hier war mehr drin für uns“, sagte der Rostocker Trainer. Er vermisste bei seinem Team insbesondere nach dem Anschlusstreffer zum 24:25 (52.) den unbedingten Willen zum Sieg. Da schien den Gästen, die in dieser Saison erst zwei Auswärtsspiele gewonnen haben, der Glaube an einen Erfolg beim Tabellenvierten zu fehlen. „Da hätte ich mir einen guten Torwart gewünscht, der auch mal einen Ball hält, wie es gegen Hamm der Fall war“, vermisste Rabenhorst im Vergleich zum Überraschungssieg vor einer Woche gegen Hamm die Unterstützung durch die Torhüter. Allerdings unterliefen seinem Team auch zu viele technische Fehler in erster und zweiter Welle. Rabenhorst zählte allein sieben fehlgeschlagene Passversuche bei Gegenstoßmöglichkeiten. „Das ist zu viel, wenn man hier gewinnen will“, wusste der sechsfache Torschütze Nils Ehlers, der mit seinem Rückraumkollegen Sasa Todosijevic (7/2) bester Werfer seines Teams war.

Unter den offiziell 1760 Zuschauern gestern im Euregium war auch ein alter Bekannter: Goran Sprem. Der kroatische Olympiasieger, von den Fans mit „Goran, Goran“-Sprechchören gefeiert, hat eine schwere Schulterverletzung, die er sich Ende der vergangenen Saison bei der HSG zugezogen hat, immer noch nicht komplett überwunden. Für Punktspiele sei es noch zu früh, sagte er, kündigte aber an, in den nächsten Wochen mit den Nordhornern trainieren zu wollen.

von Frank Hartlef