Rekordbesuch und zwei alte Bekannte
Schlange stehen vorm Topspiel
2635 Zuschauer wollten die HSG gegen Hamm sehen – so viele wie noch nie in dieser Saison im euregium. Auch Ex-Kapitän Holger Glandorf drückte auf der Tribüne die Daumen – vergebens.
Es war fast ein bisschen wie zu besten Nordhorner Handball-Zeiten: Als die heimische HSG zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga Nord gegen Tabellenführer ASV Hamm ins Euregium einlief, standen draußen noch etliche Zuschauer um Karten an. 2635 Besucher bedeuteten Saisonrekord. Dazu passte, dass am Sonntag auch zwei Akteure aus der glorreichen Vergangenheit vorbei schauten: Frank Schumann lief im Dress der Gäste auf und Holger Glandorf verfolgte mit seiner Familie das Spiel von der Tribüne aus. Dass der Weltmeister und Torjäger der Nordhorner Europapokalsieger-Mannschaft von 2008 seinem Ex-Klub die Daumen drückte, half allerdings nichts: Dem zuletzt wenig überzeugenden ASV Hamm gelang mit 33:26 (13:12) der höchste Sieg in diesem Jahr. Damit führt das Team von Trainer Kay Rothenpieler mit 37:5 Punkten die Tabelle vor dem TV Emsdetten (32:10), der am Sonnabend gegen den HSV Hannover die zweite Niederlage in Folge kassierte, SV Post Schwerin (31:11) und der HSG (28:14) an.
Von einer verpassten Chance, die Meisterschaft noch einmal spannend zu machen, wollten sie bei der HSG offiziell nichts wissen. „Das interessiert uns nicht“, sagte Kapitän Nicky Verjans und legte einen im Sprachzentrum aller Sportler fest verankerten Satz nach: „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel.“
Frank Schuman wurde da schon deutlicher, was ein Sieg für die Nordhorner bedeutet hätte: „Emsdetten zehn, Schwerin elf und Nordhorn zwölf“, rechnete er die Minuspunkte des Verfolgertrios im Falle eines Nordhorner Erfolges vor und schlussfolgerte: „Da wäre die HSG im Rennen um den Relegationsplatz ganz dick im Geschäft gewesen.“ Was die Aussichten des ASV angeht, blieb Schumann aber auch lieber etwas zurückhaltend. Von einer Entscheidung im Titelkampf wollte er nichts wissen. Doch dass die Hammer den Fünf-Punkte-Vorsprung noch vergeigen, glaubt wohl kaum einer. Die Mannschaft ist einfach am konstantesten, hat zuletzt zwar auch schlechte Spiele abgeliefert, leistet sich aber längst nicht so viele Aussetzer wie Rivale Emsdetten, der zum Beispiel beide Spiele gegen den auf Platz zehn geführten HSV Hannover verlor und sogar beim Schlusslicht TSV Altenholz patzte.
Die Erleichterung beim ASV über den Sieg in Nordhorn war groß, doch echte Freude spiegelte sich in Schumanns Miene nicht wider. „Mein Manager hat mich schon gefragt, was ich für ein Gesicht ziehe“, erzählte der 30-Jährige, der ASV-Macher Franz Dressel mit einem Zeichen auf die Brust zu verstehen gab, dass darin halt zwei Herzen schlagen.
Auch der mittlerweile in Lemgo spielende und lebende Glandorf hängt noch sehr an Nordhorn. Da freute ihn die Rekordkulisse um so mehr: „Da sieht man, welches Potenzial es hier gibt. Die Leute haben Lust auf Handball und ich hoffe, es geht hier wieder bergauf.“











