08.03.2010

Am Ende geht die Puste aus

HSG hält lange mit und verliert mit 26:33 zu hoch

50 Minuten hielten die Nordhorner gut mit. Dann setzte sich Spitzenreiter ASV ab, gewann verdient und führt nun mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Die HSG Nordhorn-Lingen hat gestern die Chance verpasst, die Meisterschaft in der 2. Handball-Bundesliga wieder spannend zu machen. Doch trotz der 26:33 (12:13)-Niederlage gegen Spitzenreiter ASV Hamm, der nach dem erneuten Ausrutscher des TV Emsdetten (28:30 gegen HSV Hannover) am Sonnabend nun mit fünf Punkten Vorsprung die Rangliste anführt, hat der Tabellenvierte gute Werbung in eigener Sache gemacht. 50 Minuten lang hielten die Gastgeber vor 2635 Zuschauern im Euregium die Partie offen. Dann hatte Hamm – wie schon beim 28:25 im Hinspiel – auf Grund des breiter besetzten Kaders in der Schlussphase die besseren Karten und kam zu einem verdienten Sieg, der aber um einige Tore zu hoch ausfiel.

„Nordhorn hat eine ganz, ganz starke erste Sechs“, lobte ASV-Torjäger Marcus Hock den Gegner, und der ebenso wie sein Rückraumkollege Chen Pomeranz acht Mal erfolgreiche Rechtshänder schob den gravierendsten Unterschied zwischen beiden Teams sofort nach: „Nordhorn kann nicht viel wechseln, aber wir können das.“ Wenn aus der Rückraumachse mit Pomeranz, Hock und Rasmus Söby (5) einer mal zum Durchschnaufen auf die Bank muss, dann kann ASV-Trainer Kay Rothenpieler mit Frank Schumann, Thomas Lammers oder Dainius Skarbalius adäquaten Ersatz aufs Feld schicken.

Das zahlte sich in der entscheidenden Phase aus. Nur bis zum 23:25 (50.) hielten die Nordhorner Schritt. Obwohl sie sich bei der Chancenverwertung schwer taten, ließen sie sich vom Spitzenreiter nicht abschütteln. Allerdings: Das 1:0 (1.) blieb die einzige Führung der Grafschafter, die nach Rückständen von bis zu drei Toren oft ausglichen, aber nie einen Treffer vorlegen konnten.

„Wir haben zu viele freie Bälle verworfen“, wusste Nicky Verjans um das entscheidende Manko; mit sieben Toren war der HSG-Kapitän zweitbester Werfer seines Teams nach Maik Machulla, der für eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit sieben seiner insgesamt zehn Treffer belohnt wurde. Nationalspieler Holger Glandorf, der als Zuschauer an seine langjährige Wirkungsstätte zurückgekehrt war, wusste um einen weiteren Trumpf des ASV: Torhüter Torsten Friedrich. „Er hat die freien Bälle gehalten“, sagte Glandorf, „das war ausschlaggebend.“ Mit 22 Paraden war „Fichte“ ein starker Rückhalt seines Teams und insbesondere als die Gäste sich zwischen der 47. und 55. Minute den entscheidenden Vorsprung verschafften und von 24:23 auf 28:23 davon zogen, knöpfte er den HSG-Werfern einen Ball nach dem anderen ab. Auch Björn Buhrmester im Nordhorner Tor hatte einen glänzenden Tag erwischt. „Er war super und hat uns vor allem erste Halbzeit im Spiel gehalten“, sagte Verjans, doch im zweiten Abschnitt baute die HSG-Abwehr ab, worunter auch das Zusammenspiel mit dem Keeper litt.

„Hier in Nordhorn vor dieser Kulisse zu bestehen“, sagte der Ex-HSGer Frank Schumann, „das gibt Auftrieb.“ Von einer Entscheidung im Titelkampf aber wollte der ASV-Kapitän nichts wissen: „Wir haben noch elf Spiele vor uns; da kann noch so viel passieren.“

von Frank Hartlef und Holger Wilkens
Quelle: Grafschafter Nachrichten


nächstes Spiel

So, 12. September 2010 17:00 Uhr
HSG Nordhorn-Lingen
HSG Nordhorn-Lingen vs. GWD Minden
GWD Minden

» Fan-Tipp: 29:29

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Tabelle
5.  Rostock 3:1 +3
6.  Essen 2:2 +6
7.  Nordhorn-L. 2:2 +0
8.  Wilhelmshaven 2:2 +0
9.  Bad Schwartau 2:2 -1
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