Interview mit Spielertrainer Maik Machulla und Mannschaftskapitän Nicky Verjans
Am kommenden Sonntag, 07. März 2010 um 17.00 Uhr kommt es im EUREGIUM zum Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga (Nordstaffel). Die HSG Nordhorn-Lingen trifft auf Spitzenreiter ASV Hamm!
Bis hierhin hat die HSG ihre Hausaufgaben gemacht: alle Pflichtspiele des Jahres 2010 konnten bis dato gewonnen werden und nach der Niederlage des ASV Hamm gegen den Tabellenzweiten TV Emsdetten in eigener Halle Mitte Februar sowie der Niederlage der Emsdetten´er am vergangenen Sonntag in Altenholz ist die Spitzengruppe wieder etwas enger zusammengerückt. Die HSG Nordhorn-Lingen möchte nun Revanche nehmen für die Hinspielniederlage in Hamm, um auch die Spannung in der Liga weiter hoch zu halten. Sicherlich ein schwieriges Unterfangen, da die Hamm´er in dieser Saison erst das eine genannte Spiel verloren haben und als klarer Favorit gelten. Spielertrainer Maik Machulla und Mannschaftskapitän stellten sich im Vorfeld der Begegnung den Fragen der HSG-Redaktion:
HSG: Maik, herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Rückrundenstart. Drei Siege aus drei Begegnungen, das kann sich sicherlich sehen lassen. Oder gibt es auch Beanstandungen?
MM: Wir sind sehr zufrieden! In 3 Spielen kann man nicht mehr als 6 Punkte holen und das ist uns gelungen. Aber Möglichkeiten sich zu verbessern gibt es natürlich in jedem Spiel. Daran arbeiten wir Woche für Woche.
HSG: In der ersten Saisonhälfte wurde bisweilen das Defensivverhalten der Mannschaft bemängelt. In den letzten Wochen, insbesondere beim Auswärtsauftritt bei der HSG Varel und vergangenen Samstag, gerade in der zweiten Hälfte, gegen Eintracht Hildesheim war diese vermeintliche Schwäche nicht erkennbar. Wie haben Du und Heiner in den letzten Monaten hier einwirken können bzw. wie haben sich eventuell hier auch die Einzelspieler verbessert?
MM: Die Abwehrarbeit ist ein Schwerpunkt in jeder Trainingseinheit. Und das kann man auch erkennen. Die Spieler verbessern ihre Defensiv-Arbeit Woche für Woche.
HSG: Nicky, Du zählst mit bisher 124 erzielten Pflichtspieltreffern zu den zehn besten Schützen in der Nordstaffel der 2. Handball-Bundesliga. Vor Dir rangieren unter anderem aber auch noch Deine Teamkollegen Maik Machulla und Michael Jahns. Kann diese Offensivstärke, gepaart mit der guten Abwehrleistung der Mannschaft in der jüngsten Vergangenheit der Schlüssel für einen Sieg am Sonntag bzw. für eine insgesamt erfolgreiche Rückrunde sein? Oder ist es unrealistisch, dass diese Stärken angesichts der doch dünnen Personaldecke gleichzeitig und konstant in einem Spiel abgerufen werden können?
NV: Im Angriff spielen wir taktisch sehr stark, Maik, Michael und ich haben zwar die meisten Tore geworfen, aber gegen Hildesheim konnte man sehen, dass wir als Team im Angriff sehr gut gespielt haben. Dank unserer guten Physiotherapeutin Maja Loebnitz schaffen wir es immer zum Spiel wieder fit und erholt zu sein. Aber manchmal geht man schon auf dem Zahnfleisch. Ich halte es aber nicht für unrealistisch, dass wir eine geschlossen gute Leistung über die gesamten 60 Minuten bringen können, da wir konditionell auf der Höhe und auch Willensstark sind.
HSG: Vor der Saison hat insgesamt ein großer Umbruch stattgefunden. Neben Euch beiden konnte lediglich noch Pavel Mickal aus der alten Garde gehalten werden. Ergo mussten zahlreiche neue Spieler in das HSG-Umfeld integriert werden. Ein gesicherter vierter Tabellenplatz steht nun nach 20 Spielen zu Buche. Da kann das Fazit doch nur positiv sein, oder?
MM: Ja sicher, der Saisonverlauf ist absolut positiv. Wobei der Tabellenplatz nicht das übergeordnete Ziel ist, auf das wir schauen. Wir wollen, dass das Team besser zusammenwächst und dass sich jeder Spieler verbessert.
NV: Ja ganz klar. Wir haben eine tolle Truppe und haben uns richtig gut weiterentwickelt. Als Mannschaft sowie individuell. Das gilt nicht nur für die erfahrenen Spieler sondern sicher auch für jungen Spieler.
HSG: Nicky, mit Toon Leenders hast Du bzw. hat die Mannschaft Unterstützung aus Deiner Heimat, den Niederlanden, erhalten. Toon hat zuvor nur unter semiprofessionellen Bedingungen trainieren und spielen können. Hier in Nordhorn/Lingen kann er sich voll und ganz auf Handball konzentrieren. Es scheint aufzufallen, dass er sich zunehmend an die Zweitligawelt gewöhnt und er seine Qualitäten in Angriff und Abwehr weiter entfalten kann. Wie beurteilst Du seine Entwicklung in den vergangenen Monaten? Wie wichtig wird er für die Mannschaft womöglich auch zukünftig noch sein?
NV: Ich hatte von Anfang an Vertrauen in Toon. Aber ich wusste auch, dass es am Anfang nicht einfach für ihn werden würde, weil er eine ganz wichtige Rolle im Abwehrzentrum und Angriff einnimmt. Er hat schon große Fortschritte gemacht, aber er kann noch genug lernen, sicher um ein richtig guter Abwehrchef zu werden.
HSG: Kommen wir zum nächsten Gegner. Maik, der ASV Hamm hat ein klares Saisonziel vor Augen, den direkten Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga. Welche Abläufe müssen am Sonntag greifen, um den ASV´lern - die bisher lediglich eine Niederlage auf den Konto haben – doch ein Bein stellen und als Sieger vom Feld gehen zu können?
MM: Um gegen den ASV Hamm bestehen zu können, müssen wir konstant über 60 Minuten die in der letzten Zeit gezeigten Leistungen abrufen. Unsere Abwehr muss sich während der gesamten Spielzeit auf hohem Niveau halten und der Angriff muss sehr diszipliniert spielen und wenige Fehler machen. Auf keinen Fall darf der ASV Hamm zu einfachen Toren kommen.
HSG: Die Mannschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht. Inklusive dem Spiel am 2. Weihnachtstag in Wilhelmshaven hat die HSG aus den ersten vier Begegnungen in der Rückrunde 7:1 Punkte geholt. Noch stärker war man damals mit gar 8:0 Punkten in die Saison gestartet, doch konnte in den dann folgenden Spielen gegen eben den ASV Hamm, die Ahlener SG, Empor Rostock und den SV Post Schwerin nur noch ein Punkt ergattert werden. Nach dem Sieg am vergangenen Samstag und auch unter der Woche hat man bei der Mannschaft gemerkt, dass sie „heiß“ sind auf das Spiel gegen Hamm und die darauf folgenden Aufgaben. Was dürfen die Fans in den nächsten Wochen von Euch erwarten?
NV: Dass wir 100% geben werden, zu Hause gegen Hamm zu gewinnen, da wir im Auswärtsspiel ganz nah dran waren. Wir haben eigentlich gut gespielt in diesen 4 schweren Spielen, aber wir haben uns weiterentwickelt und sind viel besser geworden in den letzten Monaten. Wir wissen das sicher die Auswärtsspiele in Ahlen und Schwerin noch schwerer werden, aber wir können auch dort frei aufspielen.
MM: Wie in jedem anderen Spiel auch geben wir immer 100 %! Wir wollen einfach unsere Leistung, unser Können abrufen, mit viel Spaß Handball spielen und evtl. den einen oder anderen Punkt mehr holen, als in der Hinrunde.
HSG: Die Zuschauer spielen gemein hin stets eine wichtige Rolle. Ihr könnt Euch bei den Heimspielen auf durchschnittlich 1.500 bis 1.600 Zuschauer verlassen. Wie wichtig ist dieser Support tatsächlich für eine Mannschaft, wie beflügelt die Unterstützung vielleicht auch ein Team?
NV: Die Unterstützung durch die Zuschauer ist nicht zu unterschätzen. Eine solche Kulisse kann auf den ein oder anderen der gegnerischen Spieler schon mal irritierend wirken. Für Sonntag gegen Hamm hoffe ich, dass die Halle richtig voll wird und dass die Stimmung ab der ersten Minute richtig gut ist. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Spitzenspiel die 2.000 Zuschauermarke deutlich überschreiten werden.
HSG: Abschließende Frage an Euch beide: Der TV Emsdetten ist als Tabellenzweiter ebenfalls stark ambitioniert und schielt mit einem Auge in Richtung Aufstieg. Die Münsterländer haben dem ASV Hamm bisher als einziges Team eine Niederlage beibringen können. Am vergangenen Sonntag dann die sehr überraschende Niederlage in Altenholz. Erlaubt Euch dieser Punktverlust es auch noch einmal, den Blick Richtung Relegationsplatz zu richten oder ist davon auszugehen, dass Hamm und Emsdetten die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen?
MM: Wie schon erwähnt ist der Tabellenplatz nicht vorrangig. Man darf nicht vergessen, dass Hamm und Emsdetten ein Stück weit gefestigter sind als wir.
NV: Damit beschäftige ich mich noch nicht. Ich konzentriere mich zuerst auf die nächsten vier Spiele und dann können wir vielleicht noch mal drüber reden.
HSG: Maik und Nicky. Wir danken Euch recht herzlich für dieses Interview. Wir wünschen Euch alles Gute bei den anstehenden Aufgaben, insbesondere am kommenden Sonntag. Viel Erfolg!












