01.03.2010

Schöne Geschichten nur von der HSG

Wie der 32:23-Sieg gegen Hildesheim sich zum perfekten Handball-Abend rundet

In der zweiten Halbzeit ließen sich die Gäste vor 1570 Zuschauern im Euregium von den Grafschaftern regelrecht überrollen. Diese Chance nutzten einige Spieler bei des Gastgebers, um aus der zweiten Reihe in den Vordergrund zu treten.

Die Partie zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und Eintracht Hildesheim war längst entschieden, da rundete sich das Duell der beiden früheren Erstligisten in der 2. Handball-Bundesliga Nord für die Grafschafter perfekt ab. Als der dritte Sieg im dritten Spiel nach der Winterpause unter Dach und Fach war, schickte HSG-Trainer Heiner Bültmann nach und nach seine Nachwuchskräfte aufs Feld: Während die erste Rückraumreihe mit Maik Machulla, der mit sieben Treffern wieder bester Torschütze seines Teams war, Michael Jahns (4/2) und Nicky Verjans (3) schon auf der Bank entspannte, trugen ihre Nachfolger ihren Teil zum 32:23 (15:14)-Erfolg bei: Alex Terwolbeck und Eike Rigterink, die vergangenes Jahr noch zusammen in der A-Jugend spielten und nun mit Stephan Wilmsen, einem von nur drei Ü30-Akteuren beim Tabellenvierten, die Aufbaureihe bildeten, begeisterten die 1570 Zuschauer im Euregium, als sie die beiden letzten Tore der Gastgeber erzielten.

Die hatten sich den Sieg auf Grund einer guten Abwehrleistung und einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient, in der die gut gestarteten Hildesheimer ab der 37. Minute mehr und mehr den Faden verloren. „Wir hatten überhaupt keinen Druck aus dem Rückraum mehr“, sagte Eintracht-Kapitän Michael Hoffmann. Der Däne, der sich in der Saison 2003/04 sein erstes Jahr in Deutschland bei der HSG verbracht hat, hatte sich für seine erste Rückkehr nach Nordhorn, eine schönere Geschichte ausgemalt: „Hier kann man natürlich verlieren, aber mit neun Toren – das darf nicht passieren.“ Die Basis dazu legten die Grafschafter, als sie sich von 17:17 (37.) auf 21:17 (40.) erstmals ein wenig absetzen konnten. Während zwei kurz aufeinander folgender Zeitstrafen für Machulla (42.) und Jahns (43.) kam Eintracht zwar auf 19:21 (43.) heran, doch über 25:20 (47.) und 28:22 (54.) eilten die Nordhorner dem Neun-Tore-Sieg entgegen.

Da waren die Schriftzüge der Nordhorner bei den Autogrammjägern gleich um so begehrter. „Das macht man ja gerne“, sagte Wilmsen, während er den Fans Stadionhefte, Schals und Trikots signierte. Dass er mit 31 Jahren als HSG-Urgestein, das seine Karriere eigentlich schon in der Reserve ausklingen lassen wollte, in der Saison des Wiederaufbaus eine immer tragendere Rolle beim Europapokalsieger von 2008 einnimmt, ist eine der schönsten Geschichten in der Saison nach Insolvenz und Zwangsabstieg. Wilmsen bekleidete allein während der 60 Minuten am Sonnabend zwei Positionen im Abwehrverband, sprang im Angriff auf allen drei Rückraumpositionen ein und erzielte dabei drei Treffer. „Solange ich nicht ins Tor muss, ist alles egal“, sagt er und fiebert mit seinen Kollegen schon dem Duell mit Spitzenreiter ASV Hamm am kommenden Sonntag (17 Uhr, Euregium) entgegen: „Da sind wir schon ganz heiß drauf.“

Doch erst einmal ging es darum, den dritten Sieg in Serie auszukosten, mit dem die HSG noch eine weitere schöne Geschichte kreierte. Eike Rigterink, der den 32:23-Endstand erzielt hatte, freute sich über seinen zweiten Treffer in dieser Saison und konnte sich an den ersten noch bestens erinnern: „Das war im Hinspiel in Hildesheim.“ Damit bleibt dem 19-Jährigen diesmal erspart, was auf den ein Jahr jüngeren Alex Terwolbeck nach seinem ersten Saisontor zum 31:23 auf jeden Fall zukommt. „Das kostet ‘ne Kiste Cola“, lachte Rigterink, wobei man annehmen darf, dass Cola im Sprachgebrauch der Handballer für gerstenhaltige Getränke steht.

Eine solche Investition hätte wohl auch der Hildesheimer Lothar von Hermanni gerne in Kauf genommen, doch bei seinem Zweitliga-Debüt stand dem A-Jugendlichen das Glück nicht zur Seite. Sein Siebenmeter elf Sekunden vor Schluss landete auf dem Körper des guten HSG-Torhüters Björn Buhrmester – und damit war für die Gäste die letzte Chance dahin, ein verkorkstes Spiel zumindest mit einer schönen Geschichte versöhnlich enden zu lassen.

 

von Frank Hartlef
Quelle: Grafschafter Nachrichten

 


nächstes Spiel

So, 12. September 2010 17:00 Uhr
HSG Nordhorn-Lingen
HSG Nordhorn-Lingen vs. GWD Minden
GWD Minden

» Fan-Tipp: 29:29

Newsletter

Melde dich für den HSG-Newsletter an!


Tabelle
5.  Rostock 2:0 +3
6.  Essen 2:2 +6
7.  Nordhorn-L. 2:2 +0
8.  Wilhelmshaven 2:2 +0
9.  Bad Schwartau 2:2 -1
mehr...