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Sonntag, 15. Januar 2012, 15:25

Handball-EM in Serbien

Hallo aus dem schneebedeckten Nis bei im Moment 2 Grad und abwechselnd Sonne und Schneeschauern. Hier bei uns im Hotel wohnt fast alles was Rang und Namen hat in der Handball- und Medienszene: Heiner Brandt, H. Bredemeyer, Stefan Kretschmar, Daniel Stephan, Annett Sattler von DSF, Arnulf Beckmann, Chefredakteur vom Handball-Magazin mit seiner Crew und natuerlich unsere Gruppe von zur Zeit sieben Fans. Beim gemeinsamen Essen gestern Abend trafen wir auch noch die Teams vom NDR und der ARD. Da Serbien ein "Paradies" fuer Raucher ist haben wir die Lokalität ziemlich bald verlassen, da über beiden Räumen, die sehr schnell voll besetzt waren, ein Rauchschleier lag und aus unserer Gruppe niemand raucht. Heute morgen sind wir zu dritt mit einem Taxi in die City gefahren und trafen dort auch schon einige mazedonische Fans, die sich teilweise sehr lautstark bemerkbar machten, sei es durch Rufen oder Hupkonzert. Wir sind gespannt ob wir noch weitere deutsche Fans treffen werden, und wir hoffen, dass unsere Mannschaft ein Tor mehr wirft als Tschechien, dann wäre zumindest ein erfolgreicher Anfang gemacht. Werden uns um vier Uhr auf den Weg zur Halle machen und dort im "Parter Right Row 1 unseren Platz einnehmen, ob das nun ganz unten sein wird oder in einem oberen Block Reihe eins, wir lassen uns da überraschen. Die deutsche Mannschaft hoffentlich nicht, dann klappt das auch mit dem ersten Sieg.

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Montag, 16. Januar 2012, 15:35

welche Enttäuschung gestern vor dem Fernseher. Eine erste Halbzeit die einfach gar nicht ging. Ein Aufbäumen in der zweiten Halbzeit reichte leider auch nicht. Irgenwie ist der Wurm drin. Die Mannschaft traut sich einfach nicht allzuviel zu. Dabei wäre gestern ein Sieg doch möglich gewesen. Ob RAWI sich die zweite Halbzeit noch live angesehen hat ? Bin gespannt über neue Info von vor Ort.
Da bin ich lieber live im Euregium. Freue mich schon jetzt auf das Spiel gegen Rostock. :schal: :dh: :schal:

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Montag, 16. Januar 2012, 17:58

Ja natürlich habe ich mir, bzw. wir uns die zweite Halbzeit noch angesehen und waren anschließend total enttäuscht, bedient und ratlos, nachdem unsere Mannschaft mindestens ein Dutzend von Top Chancen hat liegen lassen. Dabei haben die Tschechen in der ersten Halbzeit von einigen Toren von Jan Filip und nach der Pause von den Einzelaktionen von F. Jicha profitiert. Spielerisch waren sie sicherlich nicht unschlagbar, doch für unsere Mannschaft gestern immer noch eine Nummer zu groß. Damit steht unsere Mannschaft jetzt schon mit dem Rücken zur Wand was den Einzug in die Hauptrunde betrifft.
Heute Vormittag hatten wir bis ca. 16:15 eine eine englischsprachige Führung durch Nis, weil es trotz aller Bemühungen keine deutschsprachige Führung gab. Unser Reiseleiter wollte wohl übersetzen, doch unsere Gruppe konnte auch dem englischen Vortrag folgen. Wir erfuhren, dass Nis im Laufe der Jahrhunderte immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt wurde und zeitweise auch von der Karte verschwand. Heute gibt es in Nis mehrere Denkmäler, die an diese Auseinandersetzungen erinnern. Die Innenstadt heute könnte auch die einer westeuropäischen Grossstadt sein. In Serbien gibt einige Feiertage, die nach christlichem und orthodoxischen Kalender gefeiert werden, sodass wir am 13.-14. Januar zum orthodoxischen Weihnachtsfest ankamen und so überall draußen und in den Gebäuden geschmückte und beleuchtete Weihnachtsbäume bewundern können.
Um 18:15 wollen wir uns Spanien gegen Frankreich im Fernsehen anschauen und anschließend in einem Lokal in der City von Nis essen, mal sehen wen wir noch als Gäste begruessen können.

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Dienstag, 17. Januar 2012, 16:44

Hallo HSG-Fans, bevor wir uns um 17:00 auf den Weg zur Halle machen, noch ein kurzer Bericht zu gestern Abend. Außer unserer 7ner Gruppe waren noch Arnulf Beckmann, Stefan Kretschmar, Daniel Stephan und Annett Sattler bei uns am Tisch, etwas später kamen noch sieben Journalisten dazu, die an einem Nebentisch Platz nahmen. Im Nebenraum setzten sich kurz darauf noch sechs mazedonische Fans an zwei Tische. Zunächst gab es Vorspeisen, die wie wir schon an anderer Stelle erfahren hatten, locker fuer einen Hauptgang gereicht hätten. Danach serbische Bohnensuppe und noch einen Fleischteller mit Gemüse. Als wäre das nicht schon genug gewesen, gab es als Dessert noch einen sehr suessen Pfannkuchen zum Dreieck geformt. Ich habe mich nach der Bohnensuppe ausgeklinkt. Noch vor dem Essen kam eine 4 Mann Band mit Akkordeon, Stehgittare, Rassel und Sänger und brachten mazedonische Lieder, mal rhythmisch, mal getragen zu Gehör und wurden dabei stimmkraeftig von den Mazedoniern unterstützt. Als wir uns um 23.30 auf den Weg ins Hotel machten war ihr Repertoire immer noch nicht erschöpft
Hoffen, dass unsere Mannschaft den Kopf auch wieder oben hat, damit den Mazedoniern das Singen vergeht.

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Mittwoch, 18. Januar 2012, 11:30

Einen wunderschönen guten Morgen aus Nis, es schneit ganz leicht vor sich hin, schon seit gestern Abend als wir aus der Halle kamen. Doch bei gefühlten 1Million Taxis kommt man hier fuer 2-3 € in alle Ecken der 250000 Einwohner Stadt. Heute reist auch Martin Schwalb wieder zurück, er hat wohl gestern das Spiel mitkommentiert. Ich weiß nicht ob die Stimmung annähernd rübergekommen ist. Schon morgens in der Stadt gaben die mazedonischen Fans ihre Deutschkenntnisse zum Besten, wie auch seinerzeit in Kroatien, Deutschland, Deutschland aufwiedersehn!! Als wir in die Nähe der Halle kamen, Fahrzeuge mussten zwei Strassen vorher abgestellt werden, hörten wir diesen Fangesang. Zu unserem Eingang muss man ca. 20 Stufen hinaufgehen, und von oben konnten wir sehen, dass hunderte von mazedonischen Fans von Ordnungskräften abgeschirmt wurden und sich die Wartezeit mit den Gesängen verkürzten. Sie wurden dann in kleineren Gruppen reingelassen, weil sonst die Kontrolleure ueberfordert gewesen wären. Die nehmen ihren Auftrag hier sehr genau und bewerten Handball-und Fussballfans nach gleichen Kriterien, eigentlich wissen wir das auch, sind jedoch trotzdem zunaechst immer wieder erst irritiert. Wir haben Plätze in der allerersten Reihe, eigentlich toll, zumindest in allen deutschen Hallen, die ich kenne. Doch hier ist überragt uns schon fast die Werbebande, dahinter steht noch ein Schutzgitter, durch die Stangen konnte wir beim ersten Spiel noch hindurchsehen, doch gestern war das auch noch mit blauen Planen verhaengt, als wir verständnislos fragten:" warum das? sagte man uns, das am Tag vorher, die Fans alle dort gestanden hätten. Na ja, sagten wir, was sie denn glaubten was nun passiert. Unglaublich. Die mazedonischen Fans standen natürlich schon doppelreihig dort so dass wir dann die Ordnungskräfte bitten mussten, deren Tickets zu prüfen. Danach wurde es übersichtlich und wir konnten unsere Spieler dann wenigstens von Hüfte ab aufwärts erkennen.

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Donnerstag, 19. Januar 2012, 16:44

Teil 2 zum Mazedonien Spiel.
Als unsere Nationalhymne angespielt wurde gab es ein gellendes Pfeiffkonzert. Da wurden die maz. Fans in unserer Umgebung aktiv, gingen vor bis zum Sperrgitter und bedeuteten vehement mit ausgestreckten Armen, ruhig zu sein. Tatsächlich hatten sie mit dieser Aktion Erfolg, sodass es schliesslich Beifall gab.Als es im Spiel dann Entscheidungen gegen Mazedonien gab, flogen Papier, Deko und Feuerzeuge aufs Spielfeld und vor unsere Fuesse. Doch zum Glück blieben Schiedsrichter und Spieler ganz cool.sodass es keine kritischen Situationen gab. Eine Fankollegin hatte morgens in der Stadt gehoert, dass 80 Prozent der maz. Fans kein Ahnung vom Handball haben sondern nur kommen, um Simmung zu machen. Das ist ihnen eindrucksvoll gelungen. Nach dem Spiel wollte ich was zu trinken holen. Als ich an der beschriebenen Theke ankam: 3 Reihen vor mir, dicht gedrängt. Nun denn, ich war ja nicht auf der Flucht. Da sprach mich ein maz. Fan an und sagte: gut gemacht, ich bedankte mich und er meinte weiter: ich bin in Köln geboren, " und jetzt auf Besuch hier? fragte ich. "Nein, in Mazedonien, entgegnete er und weiter: willst du was zu trinken, ich nickte und er sagte: ich mach das fuer dich. Und so bekam ich in weniger als zwei Minuten 3 Cola, ich gab ihm das Geld, bedankte mich vielmals und kam rechtzeitig zum zweiten Spiel wieder in die Halle.

Gestern war ich mit den Eltern Strobel in der Stadt und wir beschlossen im Restaurant eines Kaufhauses noch einen Cappuccino bzw. Espresso zu trinken bevor wir ins Hotel zurueck fuhren. Wir saßen in der vorderen Nichtraucherzone als plötzlich Jan Filip auftauchte und ich sagte: da kommt Jan Filip und der wird doch wohl nicht einfach so vorbeigehen? Nein natuerlich nicht meinte er. Wir unterhielten uns kurz und ich gratulierte ihm zu seinen erzielten Toren. Ich sagte: Donnerstag schlagen wir Schweden und ihr danach Mazedonien und dann gehen wir zusammen in die Hauptrunde. "ja, das machen wir sagte er und ging dann zu seinen Mannschaftskollegen, die sich inzwischen alle in der Raucherzone eingefunden hatten. Die Gruesse von "Honza"bestelle ich hiermit und hoffe, dass zumindest der erste Teil des Plans in Erfüllung geht und ich nicht ab morgen die Fanbekleidung im Koffer lassen muss. Daumen druecken ist angesagt, ich tppe 28:24, andere sagen wir gewinnen mit 3.

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Freitag, 20. Januar 2012, 08:15

Oh, wie ist das schoen!! Wer hätte das gedacht außer uns Fans hier vor Ort, natürlich auch ihr am Fernsehen und jetzt auch fast alle Presseleute nachdem sie nach dem Tschechenspiel schon über einen anderen Bundestrainer laut nachgedacht haben. Jetzt kommen auch jede Menge Anfragen fuer Karten fuer die naechsten Spiele. Ich fand ,dass unsere Mannschaft gerade in den letzten beiden Spielen echt Nerven bewiesen hat denn auch gestern war wieder die gesamte Halle gegen uns. Gellendes Pfeikonzert beim Einlaufen zum Warmmachen, gellendes Pfeifkonzert beim Einlaufen zum Spiel, gellendes Pfeifkonzert bei der Vorstellung. Unsere Mannschaft führt mit 5! Toren und dann "Deutschland aufwiedersehen" Rufe. Soviel zum Handballverstaendnis. Ich weiß nicht ob die Stimmung wenigstens annähernd rüberkommt, bei den Übertragungen hier auf jeden Fall garnicht. Jetzt ist unsere Mannschaft nicht nur in der Hauptrunde sondern sogar mit der Maximalpunktzahl. Gleich das erste Spiel gegen Serbien, da wird die Wand sicher noch höher und dichter sein. Gut dass unsere Spieler jetzt wissen wie es geht.
Als wir auf der Fahrt zum Hotel waren meinte unser Reiseleiter, das er vielleicht eine Ueberraschung fuer uns hätte. Ah,ja wollte er den Abend uebernehmen? Nein, ich glaube es ist noch besser. Als wir an die Rezeeption kamen winkte jemand und sagte zu mir: die deutsche Mannschaft sitzt bei uns unten zum Essen. Natuerlich sagte ich, doch bestimmt meinte sie. Sind sie schon angefangen, nein es kommen gerade die Getränke. Wir hatten in der Halle Mannschaftsposter bekommen und ich hatte einen Edding dabei. Vorsichtig die Tür aufmachen, gratulieren, dann Martin Heuberger fragen,der am Tischende saß ob sie wohl alle nach dem Essen unterschreiben wuerden ich wollte alles auf einen kleinen Tisch legen. Ach, sagte er, das können wir wohl sofort machen, und startete als erster. So hatte ich innerhalb von ein paar Minuten alle Unterschriften. Nachher erfuhren wir warum unsere Mannschaft bei uns im Hotel war: mehrere Schweden hatten sich einen Magendarmvirus zugezogen und da man nicht die genaue Ursache wusste, wollte dort nicht mehr essen. Hoffentlich bleiben sie alle gesund bis zum nächsten Spiel am Samstag. So ich will jetzt einen Teil unserer Gruppe nach Hause verabschieden. Fuer den Rest geht es dann um 10:00 nach Belgrad.

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Freitag, 20. Januar 2012, 20:02

@RAWI immer wieder toll Infos von internationalen Schauplätzen zu bekommen. Man hat immer wieder das Gefühl live dabei zu sein.Hoffentlich kannst du weiterhin nur Posistives aus Serbien zu berichten.

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Samstag, 21. Januar 2012, 01:52

Noch eine Info von heute Abend: das Spiel der deutschen Mannschaft am Samstag gegen Serbien wird um 20:15 von WDR und NDR übertragen, mit Florian Nass am Mikro. Um 16:15 spielt Polen gegen Schweden und um 18:15 Dänemark gegen Mazedonien.

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Sonntag, 22. Januar 2012, 20:22

Hallo aus Belgrad. Den Krimi von gestern haben die verschiedenen Medien inzwischen aufgearbeitet. Ich hatte am Abend zuvor 26:20 für unser Team getippt und Daniel Stephan hatte mich fragend angeschaut. Ich erklärte, dass Serbien in den bisherigen Spielen immer nur wenig Tore geworfen haben und wenn unsere Torhüter ihre bisherige Leistung wieder abrufen, dann schaffen die Serben auch gegen uns nicht mehr, und 26 Tore können unsere Spieler doch durchaus werfen. Der erste Teil des Tips kam ja auch ziemlich genau hin, nur dass unsere Mannschaft in der ersten und teilweise auch noch in der zweiten Halbzeit eine so unterirdische Angriffsleistung bringen würde, damit konnten wir nicht wirklich rechnen. Vielleicht hat ihnen auch die totale Antistimmung gefehlt, denn die Serben hatten einen Gesangsblock hinter dem Tor auf unserer Seite und wenn unsere Mannschaft den Rückstand verkürzte gab es ein Pfeifkonzert, doch das war nicht zu vergleichen mit der 60 Minuten dauernden Lärmwand der Mazedonier. Diese hatten das zweite Spiel und die Halle war natürlich wieder rot-gelb und wir fragten uns wo nachher wohl die Serben noch Platz finden. Doch die Mazedonier hatten wohl überwiegend nur Karten für ein Spiel und die restlichen verhielten sich bei unserem Spiel völlig passiv.
Morgen haben wir das zweite Spiel gegen die Dänen, einige von uns meinen, die liegen uns nicht. Mal sehen was sich unser Bundestrainer für Mikkel Hansen ausdenkt. Und auch mal sehen ob das morgen mit der Verpflegung besser klappt, das war am Samstag sehr übersichtlich. Dafür gab es in der Beograd Arena aber Polizeistaffeln mit Hunden und Schutzschilden. Dabei wollen wir garnicht demonstrieren sondern nur bei Handballspielen anfeuern.

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Sonntag, 22. Januar 2012, 20:55

Hier noch ein Tip: wir hatten einen Fanreporter vom DHB in unserer Gruppe, ist heute wieder abgereist. Hat einige Fotos gemacht, die ihr so finden könnt: Sport1 Seite aufrufen, oben in der Leiste Handball auswählen, dann EM 2012 klicken, auf der Seite dann "Ergo"' auf der dann erscheinenden DHB Seite links auf Fotos gehen, dann könnt ihr euch einen Eindruck von der Stimmung hier machen.

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Dienstag, 24. Januar 2012, 18:32

Hallo aus Belgrad, strömender Regen seit heute morgen, passend zu unserer Stimmung nach dem gestrigen Spiel. Die deutsche Mannschaft ist wirklich wie eine Wundertüte. Fingen auch gestern an wie die Feuerwehr, doch fast immer nach einer guten Phase folgt aber richtig das andere Extrem, und zwar durchaus auch von denselben Spielern. Wir sitzen dann da, fassen uns an den Kopf und fragen uns warum können sie den Schalter nicht wieder umlegen. Tips hätten wir schon, den wir sind ja alle Bundestrainer, doch helfen können wir nicht. Jetzt stehen sie wieder mit dem Rücken zur Wand wie nach dem Spiel gegen Tschechien, und Michael Haass sagte in einem Interview: Jetzt haben wie das Endspiel, das wir nicht wollten doch dann sind wir eigentlich immer stark." Das muss Morgen auch unbedingt so sein. Vorteil ist sicher, dass unsere Mannschaft das erste Spiel hat und keinerlei Taktieren möglich ist. Nur ein Sieg hilft weiter. Hoffentlich ist Holger dann auch wieder ganz fit, denn er war hier vor allem in der Deckung überzeugend, und das wird auch morgen die Grundlage für ein erfolgreiches Angriffsspiel sein. Jetzt geht es gleich zu einem Journalistentreff mit anschließendem Essen, bei dem Gedanken wird mir ganz anders, nachdem wir zu Mittag in Novi Sad (serbisch: Neue Stadt) schon ein reichliches Angebot hatten, wie eigentlich immer in serbischen Restaurants, alles sehr schmackhaft doch viel zu viel.

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Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:44

So, nach dem Dauerregen gestern gibt es ca. 5 cm Schnee und es schneit immer noch. Gestern Abend gab es eine Einladung des serbischen Tourismusverbandes für die Journalisten, zu der unsere 9 köpfige Fangruppe auch eingeladen war. In kurzen Worten begrüßte uns die Vorsitzende und stellte heraus, dass ihr Verband sich sehr bemühe, gerade auch in westeuropäischen Ländern die Voreingenommenheit gegenüber Serbien abzubauen. Eine gute Hilfe dabei seien die Erfolge ihrer Sportler, angefangen mit Monica Seles, die in Novi Sad geboren wurde über Novac Djoikovic, der für die Jugend in Serbien ein großes Vorbild ist vor allem weil er sozial sehr stark in seinem Heimatland engagiert. Unsere Führerin Milena erzählte uns, dass in Serbien im Moment so ein Tennisboom herrscht wie bei uns zu Zeiten von Steffi Graf und Boris Becker. Außerdem gibt es hier internationale Erfolge im Basketball und Wasserball, von ich auch noch nichts gehört hatte. Anschließend gingen wir, ca. 50 Personen ein paar Minuten zu einem reservierten Restaurant, und, da es immer noch in Strömen goss, gab es für jeden einen gesponserten Regenschirm. An fünf langen Tischen suchten wir unsere Plätze und nachdem wir unsere Getränke erhalten hatten gab es zunächst kalte Vorspeisen, danach Fleischplatten und auch Salat. Auf den habe ich mich beschränkt und auch die anderen Fans aus unserer Gruppe konnten nur sehr wenig probieren. Dann kam eine Live-Band wie seinerzeit in Nis, und die spielte diesmal nur für uns, und zwar lauter Liebeslieder wie mir mein Nachbar, serbischer Tourismusexperte auf Englisch erzählte. Wir hatten viel Spass dabei und an unserem Tisch haben wir sogar geschunkelt. Mein Nachbar und ich haben uns schließlich darauf verständigt, dass sich Serbien und Deutschland im Finale wiedertreffen. Erst mal heute Polen schlagen und dann geht bei uns die Sause los. Vielleicht klappt es sogar, dass ich unsere Mannschaft akkustisch unterstützen kann. Mal sehen ob es klappt.

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Donnerstag, 26. Januar 2012, 12:19

Hallo aus dem weiterhin verschneiten Belgrad. Auch am Morgen danach sind Stimmung und Aussichten nicht viel besser als gestern Abend. Hier wird von verschiedenen Seiten als Grund für das Scheitern der zu große Druck angegeben. Wobei ich denke, dass der Druck nicht nur für die Mannschaft auf dem Feld zu groß war sondern auch für die Mannschaft hinter der Mannschaft. Die offensive Variante wie gegen Tschechien funktionerte auch gestern nicht, diesmal ging man jedoch schnell wieder zur 6:0 zurück. Doch das unsere Spieler mit ständigen Würfen auf die Füsse des Torwarts diesen erst richtig warm geworfen haben fiel außer uns Fans wohl niemand auf. Da meinen wir, dass eine entsprechende Ansage unbedingt nötig gewesen wäre. Obwohl letztlich nur ein oder zwei Tore gefehlt haben wäre auch ein klarerer Spielverlauf für unsere Mannschaft möglich gewesen. Wir meinen allerdings auch, dass die Schiedsrichter vor allem in der zweiten Halbzeit unverhältnismässig in das Spiel zum Nachteil unserer Mannschaft eingegriffen haben. Das potenziert sich dann noch mehr zum Negativen wenn ein Spiel knapp verläuft. Auch das Selbstvertrauen unserer Mannschaft ist eher minimal zu nennen. Daran haben sicher auch verschiedene Medien ihren Anteil. Denn wenn dauernd von fehlendem Rückraum die Rede ist dann baut das nicht wirklich auf. Wobei verschiedene andere Mannschaften dasselbe Problem haben, jedoch sichtbar ihr Spiel anders ausrichten. Auch die Dänen haben mit M.Hansen auch nur einen richtigen "Shooter" aus der zweiten Reihe, und wenn der dann kurz genommen wird dann läuft das aber so gezielt über die Aussen, dass es kein Problem ist, fast ganz ohne Rückraum in seiner ursprünglichen Bedeutung auszukommen. Im 1. Halbfinale sehen wir Spanien gegen Dänemark, für mich ein vorweg genommenes Finale. Allein für Serbien gegen Kroatien werden auch wir uns wieder penetranten Sicherheitskontrollen unterziehen müssen. Das wird sicher kein Spass und die Stimmung mit lauter Pfeifkonzerten lässt auch eher keine Freude aufkommen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »RAWI« (26. Januar 2012, 12:21)


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15

Samstag, 28. Januar 2012, 00:56

Nun steht es fest: Dänemark und Serbien stehen im Finale der Handball-EM 2012. Mein Tip war Dänemark gewesen weil ich dachte wenn sie mit der offensiven Deckung der Spanier zurechtkommen, dann haben sie spielerisch eine gute Chance. Von den Spaniern hatte ich angriffsmässig noch nicht so viel gesehen, da sie sonst viele Tore nach Ballgewinnen machen. Sie gingen zwar erst mit 7:3 in Führung, doch nach einer Auszeit haben die Dänen deutlich das Tempo im Angriff erhöht und schnell ausgeglichen und sich dann kontinuierlich eine Führung erarbeitet auch aufgrund guter Paraden ihres Torhüters Landin. Die Spanier kamen dann nochmal ran und die Dänen wurden dann bei jedem Angriffsversuch von den inzwischen anwesenden Serben gnadenlos ausgepfiffen. Sie setzen sich jedoch trotzdem mit einem Tor durch, verdient, denn die Spanier hatten im Angriff nicht wirklich einen Plan.
Das zweite Halbfinale wurde wie schon andere Spiele von Anfang bis Ende begleitet von Pfeifkonzerten, für mich hat das in dieser Form und in diesem Ausmass nichts aber auch gar nichts mit Stimmung, Freude oder Begeisterung zu tun. Das ist einfach nur nervig und in höchsten Masse unfair. Heute kam noch hinzu, dass kaum kroatische Fans in der Halle waren, unser Reiseleiter hatte uns Donnerstag gesagt, dass man 2500 Kroaten, die Karten hatten, geraten hatte, nicht zu kommen und deren Reiseveranstalter hatten sich auch zurückgezogen. Das ist das Verdienst der serbischen Hooligans vom Dienstag. Zu allem Überfluss wurde auch noch bengalisches Feuer abgebrannt, da frage ich mich wirklich was man dann von den Kontrollen halten soll. Außerdem wurden in der zweiten Halbzeit der kroatische Torwart und die kroatischen Spieler mit Laserpointern geblendet. Wir haben uns nur gewundert warum sich niemand massiv darüber beschwert oder Protest eingelegt hat. Ich hoffe nur,dass die Dänen für Sonntag vorgewarnt sind. Für sie wäre es besser gewesen, die Kroaten hätten gewonnen, das wäre auch für das Finale angenehmer. Ich weiß nicht ob die Kommentatoren im Fernsehen diese Vorkommnisse mitbekommen hhaben.

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Montag, 30. Januar 2012, 23:19

So, das war sie, die Handballeuropameisterschaft 2012 in Serbien. Der letzte Tag begann gestern mit dem Spiel um den dritten Platz zwischen Spanien und Kroatien. Die meisten aus unserer Gruppe hielten die Spanier für favorisiert, ich fand sie, wie schon beschrieben, spielerisch nicht so stark. Die Kroaten stellten eine kompakte und sehr bewegliche 6-0 Deckung hin, rückten dabei immer offensiv auf den Ballführer raus sodass die Spanier reihenweise Fehlwürfe produzierten, weit übers oder neben das Tor und zwar immer wieder, einfach unglaublich. Die Kroaten ihrerseits zeigten sich im Abschluss und im Zusammenspiel mit ihrem Kreisläufer sehr sicher. Die Spanier versuchten es mit 3,2,1 Abwehr, doch die stellte die Kroaten am gestrigen Tag vor keine großen Probleme. Immer wieder fanden sie im eins gegen eins die Lücke, während sich die Spanier verzweifelt im Infight versuchten und nur durch Einzelaktionen oder mal durch Nachlässigkeiten der Kroaten zu Toren und etwas näher rankamen. Da auch inzwischen einige Serben in der Halle waren wurden die kroatischen Angriffe von gellenden Pfiffen begleitet. Davon unbeeindruckt siegten die Kroaten völlig verdient mit 31:27 und wir fragten uns wieso die Spanier so weit kommen konnten, denn ihre spielerischen Möglichkeiten waren wirklich sehr überschaubar. Danach folgte das Endspiel, auch das war kein spielerisches "Highlight", dazu waren die Serben an diesem Tag nicht stark genug. Sie begannen sehr nervös, kein Wunder bei dem immensen Druck von außen. Die Folge waren zahlreiche technische Fehler, die die Dänen zu schnellen Toren nutzten, wobei sich besonders Mikel Hansen hervortat, der gestern einen Sahnetag erwischt hatte. Hinzu kam, dass auch die Dänen mit einer sehr beweglichen Deckung agierten, die die Serben häufig vor unlösbare Aufgaben stellte, die Folge war wiederholtes Zeitspiel. Hinzu kam, dass ihr Torwart N. Landin eine weitere große Hürde für die Serben wurde. Er verfügt trotz seiner erst 20 Jahre schon über ein ganz exzellentes Stellungsspiel, er war einfach immer schon da, wenn mal ein Wurf der Serben durchkam. Ihr eigener Torwart war auch gut in Form und sorgte dafür, dass es letztlich nur zwei Tore Differenz gab, obwohl der spielerische Abstand durchaus größer war als 21:19.
Als bei der Siegerehrung sowohl die Kroaten als auch die Dänen gellend ausgepfiffen wurden versuchte man dieses äußerst unfaire Verhalten durch besonders laute Musikeinspielungen zu überdecken. Dieses Verhalten und der Angriff der serbischen Hooligans vom Dienstag, der dazu geführt hat, dass die Kroaten, eh schon angefeindet, fast ganz ohne eigene Fans blieben, wird mir in negativer Erinnerung bleiben. Wobei wir auch fanden, dass sich der Hallensprecher durchaus hätte zurücknehmen und nicht noch weiter hätte aufputschen müssen. Abseits vom Sport haben wir sehr nette, aufgeschlossene und hilfsbereite Serben kennengelernt, die ihr Land lieben und auch positiv darstellen wollen und auch kein Verständnis für solch Anfeindungen und Fanatismus haben. Die wollen wie unsere Belgradführerin Milena nach vorne schauen " das ist jetzt schon viele Jahre her" "wir müssen die Zukunft entwickeln". Und da hat Serbien mit seiner Kultur
und Natur einiges zu bieten, was sich zu entdecken durchaus lohnt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »RAWI« (30. Januar 2012, 23:26)


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Wohnort: EHF-Pokal-Sieger-City

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Freitag, 3. Februar 2012, 17:40

Herzlichen Dank für die ...

... hervorragende Berichterstattung rund um die EM. :thumbup: :thumbup:
Wenn ich mir heute vornehme,
nichts zu schaffen,
und schaffe das,
habe ich dann was geschafft
oder nicht?