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Wohnort: der hohe Norden :)

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Montag, 11. Oktober 2004, 22:53

Kiel - Nordhorn

Mittwoch Spitzenspiel gegen Nordhorn

Nachdem der THW am Montag aus Island zurückgekehrt ist, geht es gleich am Mittwoch in der Bundesliga weiter. Zu Gast in der Ostseehalle ist die HSG Nordhorn, die sich mit 9:3 Punkten in der Spitzengruppe fest gesetzt hat. Anwurf ist um 20 Uhr.
In der vergangenen Saison schnitt die HSG mit 27:41 Punkten (siehe Abschlusstabelle und Kurve Nordhorn) mehr als mäßig ab, doch in dieser Spielzeit präsentieren sich die Niedersachsen runderneuert. Die bisher einzige Niederlage der Saison musste das Team von Ola Lindgren am dritten Spieltag zu Hause gegen Lemgo hinnehmen, ansonsten gab es Siege in Schwerin, gegen Essen, in Düsseldorf und in Minden (siehe Kurve). Im letzten Bundesligaspiel trennte sich Nordhorn dann 27:27 (16:14) vom amtierenden Meister Flensburg und hätte da sogar zwei Punkte nach zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung mitnehmen können. 9:2 lag die HSG nach neun Minuten in Front, "das waren die besten zehn Minuten, die wir jemals gespielt haben", sagte HSG-Coach Lindgren nach der Partie. Und Ex-HSG-Trainer Kent-Harry Andersson, nun Übungsleiter in Flensburg, sah sogar "Handball von einem anderen Planeten". Mit momentan 9:3 Punkten liegt Nordhorn auf Platz fünf der Tabelle.

Zu Saisonbeginn veränderte sich das HSG-Team deutlich. Neun Abgängen (darunter Ljubomir Pavlovic) stehen sechs Neuzugänge gegenüber. Dem schwedischen Weltklassekeeper Peter Gentzel wurde Jesper Larsson, der aus Essen nach Nordhorn zurückkehrte, an die Seite gestellt. Piotr Przybecki (vom THW gekommen) verstärkt den linken Rückraum, der schweizer Nationalspieler Iwan Ursic soll den Abgang von Kapitän Ian-Marko Fog (nach Gummersbach) kompensieren und sich mit Robert Arrhenius am Kreis ergänzen. Mit dem Schweden Matthias Franzen (vom FC Barcelona) hat sich Nordhorn zudem auf Linksaußen deutlich verstärkt und besitzt mit Rechtsaußen Jan Filip nun eine starke Flügelzange. Der Rückraum mit Przybecki (RL), den Spielmachern Ljubomir Vranjes und Maik Machulla und dem jungen Nationalspieler Holger Glandorf (RR) ist ebenfalls gut besetzt. Die Torschützenliste führt derzeit Filip (40/11) vor Glandorf (37) und Przybecki (35) an.

In eigener Halle hat der THW bisher nur einmal gegen die HSG Nordhorn verloren. Am 13.04.2000 unterlagen die Zebras Nordhorn mit 29:30 (siehe Bericht), danach konnte der THW jedes weitere Heimspiel gewinnen (siehe Gegnerdaten Nordhorn).

Schiedsrichter der Partie am Mittwoch sind Brauer (Hamburg) / Holm (Hagen).

Quelle : www.thw-provinzial.de/thw

HSG Nordhorn im Auftrieb Neuzugänge in der Pflicht´

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Das Jahr 2002 war ein besonderes und zugleich sehr schwieriges für die HSG Nordhorn. Zum einen stellt es zweifellos das sportlich erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte dar (Zweiter hinter dem THW), zum anderen aber wohl auch die Offenbarung einer großen wirtschaftlichen Panne, als man lange um den Erhalt der Erstliga-Lizenz bangen musste. Auf zu großem Fuße hatte man gelebt und am Ende die Rechnung dafür bekommen. Freud und Leid liegen, so zeigt es auch die Handball-Bundesliga, anscheinend näher beieinander, als man denkt.

Diese Tage scheinen glücklicherweise vorbei. Zwar wurde auch diese Saison die Lizenz nur mit Auflagen erteilt, jedoch halten die Grafschafter nun wesentlich vernünftiger mit ihrem Etat von rund 2,2 Mio Euro haus. So kommt es beispielsweise, dass vier eigene Jugendspieler im Team der HSG stehen und der relativ dünnen Personaldecke zu mehr Flexibilität verhelfen sollen. "Unsere Wechselmöglichkeiten sind relativ beschränkt und im Laufe der Saison könnte dies mit ein wenig Pech noch stärker ins Gewicht fallen", bedenkt auch Piotr Przybecki, der zu dieser Saison von Kiel nach Nordhorn wechselte. Dass dies der guten Qualität der Mannschaft bisher noch keinen Abbruch getan hat, macht der gute Saisonstart der HSG deutlich. Die Auswärtsspiele gegen Schwerin und Düsseldorf wurden souverän gewonnen, zu Hause landete man sogar einen Achtungserfolg gegen Essen (28:26), nur gegen Lemgo (24:28) mussten bisher unglücklich die Segel gestrichen werden. "Das war zwar ärgerlich, jedoch lange kein Beinbruch", konstatiert Piotr und gibt sich mit dem Saisonstart allgemein zufrieden: "Es läuft schon ganz gut, aber es steckt noch viel mehr Potential in der Mannschaft."

Große Hoffnungen setzt Trainer Ola Lindgren dabei in seine vier Neuzugänge, wobei auch der polnische Nationalspieler eine wichtige Rolle in dessen Planung einnimmt. Mit seiner Dynamik und Wurfkraft soll Przybecki für die einfachen Tore aus dem linken Rückraum sorgen. Vom schwedischen Welt- und Europameister Mathias Franzen (FC Barcelona) wird erwartet, dem linken Flügel mehr Effektivität zu verleihen und überdies seine Defensiv-Qualitäten einzubringen. Der Schweizer Nationalspieler Iwan Ursic (Pfadi Winterthur) konkurriert im Angriff am Kreis mit Robert Arrhenius und soll die Abwehrmitte gemeinsam mit dem Schweden stabilisieren. 1.025 Gegentore waren vergangene Saison die zweitschlechteste Bilanz der Liga und dem früheren Weltklasse- Abwehrspieler Lindgren schlicht "viel zu viel". Besserung erhofft sich der Schwede in dieser Hinsicht auch von Jesper Larsson (TuSEM Essen), von dem er überzeugt ist, dass er mit Peter Gentzel ein exzellentes Torhüter- Gespann bildet. Die Abwehrleistung zu optimieren war ein wesentlicher Aspekt der Vorbereitungsphase. "Wenn wir hinten gut stehen, kommen wir auch zu unseren Gegenstößen", glaubt der neue Kapitän Jan Filip, der dieses Amt vom zum Liga-Rivalen VfL Gummersbach gewechselten Ian Marko Fog übernommen hat. Die einst schärfste Waffe des skandinavisch geprägten Ensembles war vergangene Saison weitgehend stumpf geblieben. "Wir haben uns gut verstärkt" meint Lindgren optimistisch. Dass es schon reicht, um in die Phalanx der Europacup-Aspiranten vorzustoßen, glaubt er indes nicht: "Damit wir um Platz fünf oder sechs mitspielen können, müsste schon alles optimal laufen". Viel wird davon abhängen, wie Ljubomir Vranjes die Saison übersteht. Dass der nur 1,66 Meter große Spielmacher - einer von fünf schwedischen Nationalspielern im 15-köpfigen Kader der Niedersachsen - vergangene Serie mehr als die Hälfte der Spiele verletzt fehlte, war eine der Ursachen für das letztlich unbefriedigende Abschneiden der letzten Spielzeit.

Als Gegner in der Ostseehalle gibt man sich gewohnt verhalten: "Ich hoffe auf ein gutes Spiel und dass wir uns gut präsentieren können", sagt Piotr, "aber auch ich persönlich möchte meinen alten Mannschaftskameraden und dem Publikum zeigen, dass ich zu guter Leistung bereit bin", fügt er schmunzelnd hinzu.

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)
Es müsste immer Musik da sein,bei allem was du machst.
Und wenn es so richtig Scheisse ist, ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle wo es am allerschönsten ist, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jenny« (11. Oktober 2004, 22:54)


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2

Montag, 11. Oktober 2004, 23:23

RE: Kiel - Nordhorn

Zitat

Original von Jenny
Zu Saisonbeginn veränderte sich das HSG-Team deutlich. Neun Abgängen (darunter Ljubomir Pavlovic) stehen sechs Neuzugänge gegenüber.



Na ja, die Aussage ist nicht ganz richtig!
Pavlo hat noch einen gültigen Vertrag in Nordhorn. Auch wenn er nicht mehr spielt (zumindest nicht in der ersten Mannschaft!!)!

Aber Jenny wir sehen uns Mittwoch!!
Zusammen sind wir stark!!!

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3

Montag, 11. Oktober 2004, 23:46

RE: Kiel - Nordhorn

Zitat

Original von InesK

Zitat

Original von Jenny
Zu Saisonbeginn veränderte sich das HSG-Team deutlich. Neun Abgängen (darunter Ljubomir Pavlovic) stehen sechs Neuzugänge gegenüber.



Na ja, die Aussage ist nicht ganz richtig!
Pavlo hat noch einen gültigen Vertrag in Nordhorn. Auch wenn er nicht mehr spielt (zumindest nicht in der ersten Mannschaft!!)!

Aber Jenny wir sehen uns Mittwoch!!


Sag das denen, die das geschrieben haben ;)

Ja werden wir wohl oder auch net, die Halle ist groß ;)
Es müsste immer Musik da sein,bei allem was du machst.
Und wenn es so richtig Scheisse ist, ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle wo es am allerschönsten ist, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

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4

Dienstag, 12. Oktober 2004, 09:01

Piotr Przybecki im Zebra-Interview: "Zu guter Leistung bereit"
Der polnische Nationalspieler kehrt in die Ostseehalle zurück

Drei Jahre lang stand Piotr Przybecki in Diensten des THW Kiel, ehe es ihn vor dieser Saison nach Nordhorn zog. Nach einer Zeit, die hauptsächlich von Verletzungen, etlichen Operationen und immer wiederkehrenden Rückschlägen geprägt war, startet der wurfgewaltige Pole einen sportlichen Neuanfang bei der HSG. Thomas Fischer (living sports) sprach mit dem sympathischen "Pechvogel", der auch dem Ostseehallen-Publikum zeigen möchte, dass er durchaus zu guter Leistung bereit ist.


Zebra:
Nach drei Jahren im THW-Trikot wirfst du nun für die HSG Nordhorn deine Tore. Wie ist es dir ergangen, hast du dich gut eingelebt?
Piotr Przybecki:
Ja, ich fühle mich hier bereits sehr wohl, bin von der Mannschaft freundlich aufgenommen worden. Ich kann also nicht klagen. Auch die Vorbereitung verlief bei uns ganz ordentlich, so dass wir doch recht erfolgreich in die Saison starten konnten. Bis auf die Heim-Niederlage gegen Lemgo natürlich, die hätte nicht sein müssen.

Zebra:
Der Saisonstart liest sich mit 8:2 Punkten in der Tat sehr freundlich. Du meinst also, es hätte sogar noch besser für euch laufen können/müssen oder entspricht der Auftakt schon dem vorgestellten Optimum?
Piotr Przybecki:
Es ist natürlich kein Beinbruch, gegen den TBV Lemgo zu verlieren. Aber ich bin ehrgeizig und möchte gerne jedes Spiel gewinnen. Wir haben in dem Spiel zu viele leichte Fehler gemacht, die Niederlage ging wohl so in Ordnung. Es ist schwer zu sagen, inwieweit unser Auftakt ideal war. Unsere Auswärtssiege haben wir gegen zwei Aufsteiger, Schwerin und Düsseldorf, geholt, gegen Essen haben wir uns die zwei Punkte hart erkämpft. Man kann noch nicht viel sagen, insgesamt ist es aber ein gutes Ergebnis.

Zebra:
In deiner Kieler Zeit warst du häufig verletzt und konntest nicht alles zeigen, was du kannst. Momentan stehst du auf Platz zwei eurer internen Torschützen-Liste. Bist du zufrieden mit deiner bisherigen Leistung?
Piotr Przybecki:
Teils, teils. Es klappt eigentlich schon ganz gut, allerdings müssen wir alle sicherlich noch hart arbeiten, um richtig zusammen zu wachsen und die Laufwege zu verinnerlichen. Es sind ja einige neue Spieler zu integrieren - aber wir helfen uns gegenseitig und es wird von Mal zu Mal besser. Wir sind auf einem guten Weg.

Zebra:
Insgesamt ist die Bank der HSG um drei Spieler gegenüber der letzten Saison geschrumpft. Macht sich das schon negativ bemerkbar?
Piotr Przybecki:
Unsere Wechselmöglichkeiten sind relativ beschränkt und im Laufe der Saison könnte dies mit ein wenig Pech noch stärker ins Gewicht fallen. Wir müssen mit dem vorhandenen Kader so auskommen, wie er ist. Qualitativ haben wir gute Spieler in unseren Reihen, mit denen wir uns nicht zu verstecken brauchen, die Leistung halte ich auch noch für steigerungsfähig.

Zebra:
Du sagst, du siehst noch Potential in der Mannschaft. Wo siehst du euch am Ende der Saison?
Piotr Przybecki:
Das ist schwierig. Offiziell wollen wir um den siebten, achten Platz kämpfen, also wenn möglich, uns für den Europapokal qualifizieren. Meine persönliche Zielsetzung ist es, jedes Spiel zu gewinnen, letztlich möchte ja jeder Spieler, der mitspielt, am Ende ganz oben stehen. Man wird mit der Zeit sehen, was realistisch ist.

Zebra:
Deine Zielsetzungen hast du also von Kiel nach Nordhorn mitgenommen.
Piotr Przybecki:
(lacht) Ja, so ungefähr. Kiel hat natürlich eine Spitzenmannschaft und ich denke, man sollte für sich selbst so viel wie möglich von solchen Vereinen mitnehmen. Nordhorn ist nicht der THW, an meiner Einstellung zum Handball ändert sich deshalb jedoch nichts.

Zebra:
Als du dich für einen neuen Verein entscheiden musstest, hast du unter anderem ein Angebot deines Ex-Clubs TUSEM Essen ausgeschlagen. Kannst du heute sagen, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast?
Piotr Przybecki:
Es war damals weniger eine Entscheidung gegen Essen, als eine Entscheidung für Nordhorn. Ich wusste bei TUSEM nicht wirklich, woran ich bin, zumal auch die finanzielle Situation zu der Zeit dort nicht geklärt war. In Nordhorn habe ich für mich und meine Familie die besseren Perspektiven gesehen.

Zebra:
Es ist gar nicht lange her, dass auch Nordhorn vor finanziellen Schwierigkeiten stand und sogar der Lizenzentzug im Raume stand. Ist die Situation, soweit du es beurteilen kannst, stabil?
Piotr Przybecki:
Ich habe zwar keinen genauen Überblick über die Wirtschaftlichkeit des Vereins, soweit ich weiß, sind die alten Probleme aber behoben und der Verein steht auf einer gesunden finanziellen Basis. Es herrscht diesbezüglich Ruhe, diese Entwicklung kann man nur gutheißen.

Zebra:
Was hat sich für dich seit deinem Wechsel alles verändert? Kannst du große Unterschiede zwischen Kiel und Nordhorn, besonders bezüglich deiner eigenen Rolle innerhalb der Mannschaft, ausmachen?
Piotr Przybecki:
Am meisten vermisse ich die Ostseehalle und das tolle Publikum, es wird für mich ungewohnt sein, dort als Gegner zu gastieren. Im Euregium in Nordhorn zu spielen macht auch Spaß, nur war die bisherige Heimquote anscheinend nicht so berauschend, die wollen wir dieses Jahr stark verbessern. Meine eigene Rolle als Spieler hängt einmal mehr von meiner körperlichen Verfassung ab. Wenn ich, wie jetzt, fit bin, bin ich durchaus auch in der Lage dazu beizutragen, dass wir attraktiven Handball spielen. Ich versuche, ein Stück Verantwortung zu übernehmen. Ich habe momentan weit mehr Spielanteile als in Kiel, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr.

Zebra:
In der letzten Spielzeit hatte Nordhorn die zweitschlechteste Abwehr der Bundesliga - wurde darauf in der Vorbereitung ein besonderer Schwerpunkt gelegt?
Piotr Przybecki:
Ja, auf jeden Fall. Man muss zwar auch berücksichtigen, dass Nordhorn in der letzten Saison große Probleme mit Verletzungen hatte und die Bilanz so schlechter ausgefallen ist, als sie hätte sein können. Dennoch war gerade die Abwehrleistung ein besonderer Schwerpunkt. Es läuft bereits ganz gut, Nachholbedarf haben wir aber immer noch.

Zebra:
Beim THW wurdest du oft als "der große Pechvogel" betitelt. Hast du mit dieser Zeit abgeschlossen und wie fühlst du dich momentan gesundheitlich?
Piotr Przybecki:
Zurzeit habe ich keinerlei Beschwerden, worüber ich sehr froh bin. Ich wurde in meinen drei Jahren in Kiel vier Mal operiert und musste immer wieder Rückschläge einstecken. Das hat mich als Handballer sehr belastet. Immer wenn es gerade wieder ging, ging die ganze Geschichte von vorne los. Vielleicht muss ich mir auch vorwerfen, dass ich zu viel auf einmal wollte. Pechvogel hin oder her - das nervt einen auf die Dauer wirklich tierisch an. Ich will einfach nur Handball spielen und bin glücklich, dass es jetzt wieder klappt.

Zebra:
Während einer solchen Leidensphase baut sich wahrscheinlich auch eine gewisse nervliche Anspannung an. Kann man den Gedanken, sich ja nicht wieder zu verletzten, während eines Spiels wieder völlig abwerfen?
Piotr Przybecki:
Das stimmt, ab und zu denkt man schon daran, besonders in ähnlichen Aktionen, in denen man sich die vorigen Verletzungen zugezogen hat. Ich versuche einfach abzuschalten, ansonsten würde es gar keinen Sinn machen, das Spielfeld zu betreten. Es ist manchmal nicht einfach, aber anders geht es nicht. Mit der Zeit wird man immer sicherer, bis man die Angst dann hoffentlich irgendwann völlig abschüttelt.

Zebra:
Du hast mittlerweile eine Familie. Hast du schon daran gedacht, was du machen wirst, wenn du nicht mehr Handball spielen kannst?
Piotr Przybecki:
Daran denke ich sehr oft. Ich bin Diplom-Sportlehrer, was jetzt aber nicht zwangsläufig heißen muss, dass ich nach meiner aktiven Laufbahn Trainer oder ähnliches werden muss. Ich werde abwarten, ob sich noch etwas anderes ergibt.

Zebra:
Wie bist du mit deinem Abschied aus Kiel umgegangen? Ist er dir schwer gefallen?
Piotr Przybecki:
Ich hatte diesbezüglich gemischte Gefühle. Ich war mir bewusst, dass ich die Mannschaft, das Umfeld und die vielen Fans sehr vermissen werde, aber ich wollte auch Handball spielen - und zwar mehr, als es beim THW der Fall war. Letztlich musste ich mich von vielen Freunden verabschieden und war deshalb ein Stück weit traurig, andererseits hatte ich mich auf eine neue Herausforderung gefreut. Ich wollte noch einmal neu anfangen. Jetzt freue ich mich auf die Ostseehalle und darauf, alte Weggefährten wieder zu treffen.

Zebra:
Ich habe gehört, dass du Schalke-Fan bist. Dann müsste dir der Verzicht auf das Spiel gegen Lemgo in der Schalke-Arena doch besonders schwer gefallen sein, oder?
Piotr Przybecki:
(lacht) Ja, das hatte ich damals gesagt, weil ich Pitti ein bisschen unterstützen wollte. Aber es stimmt trotzdem. Bei dem Spiel wäre sicherlich jeder Spieler selig gewesen, dabei zu sein - ich schließe mich da ein. Wir hatten zeitgleich ebenfalls ein Spiel, sonst wäre ich wenigstens zum Zuschauen angereist. Das war ein tolles Ereignis!

Zebra:
Wie siehst du eure Chancen, ein, zwei Punkte aus der Ostseehalle mit nach Hause zu nehmen?
Piotr Przybecki:
Der THW ist sehr heimstark und wir reisen im Grunde mit dem Ziel an, so gut wie möglich gegen zu halten und wenn möglich zu gewinnen. Das wird sehr schwer, aber ich hoffe, dass wir uns möglichst gut präsentieren werden. Wir haben auch nach dem Spiel gegen den THW noch genug zu tun, beispielsweise das Heimspiel gegen Flensburg.
Es müsste immer Musik da sein,bei allem was du machst.
Und wenn es so richtig Scheisse ist, ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle wo es am allerschönsten ist, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

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5

Dienstag, 12. Oktober 2004, 09:02

Zebra:
Dem THW würde es wahrscheinlich besser gefallen, wenn du den Beweis deiner wahren Leistungsstärke erst gegen Flensburg antrittst. Was hast du dir selber für die Ostseehalle vorgenommen?
Piotr Przybecki:
(amüsiert) Das ist eine andere Sache, ich werde mein Bestes geben. Aber naturgemäß möchte ich auch in Kiel zeigen, dass ich zu guter Leistung bereit bin. Im Endeffekt wollen wir einfach ein gutes Spiel zeigen.

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", das Gespräch führte Thomas Fischer für living sports
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6

Mittwoch, 13. Oktober 2004, 09:11

Przybecki feiert ein Wiedersehen mit Kiel

Drei Jahre lange suchte Piotr Przybecki sein Glück in Kiel und fand es nicht. Gut möglich, dass der 32-Jährige heute Abend (20 Uhr) mehr Erfolg hat, wenn er mit der HSG Nordhorn in die Ostseehalle kommt. "Ich muss aufpassen, dass ich nicht übernfotiviert bin", meint der Pole, der mit den Niedersachsen derzeit Tabellenfünfter ist.
Vier Operationen und zuletzt nur noch die Rolle als Joker - sportlich lief in Kiel vieles schief. "Weil ich weniger Spielminuten bekam, bin ich auch immer hektischer geworden. Da wollte ich zu viel und das klappte nicht."

Mit 35 Toren hat der Rückraumspieler maßgeblichen Anteil am tollen Saisonstart der HSG. Zu Hause besiegten sie bereits Essen und standen gegen Flensburg kurz vor einer Sensation. Nach einer 9:2-Führung sprang am Ende "nur" ein Remis (27:27) heraus. "Wir haben das Potential, uns für den Europapokal zu qualifizieren", rechnet sich der 120-fache Nationalspieler auch in Kiel etwas aus. "Die Bundesliga ist ausgeglichener geworden. Und an einem Tag ist alles möglich. Auch beim THW." Außerdem, so der Diplom-Sportlehrer, würde der Druck auf den Schultern der Kieler liegen. "Nach der Niederlage in Göppingen können die sich keine Ausrutscher mehr leisten."

Przybecki, der im Juni Vater eines Sohnes (Kajetan) wurde, fühlt sich in Nordhorn wohl. Zumal er beim Vize-Meister des Jahres 2002, der finanziell nie auf Rosen gebettet war, bisher immer sein Gehalt bekam. "Da gibt es keine Probleme."

THW gegen Nordhorn - das ist auch Frode Hagen und Johan Petersson gegen ihre Ex-Klubs. Das ist aber auch ein Klassentreffen der schwedischen Nationalmannschaft. Nach dem Rücktritt des Weltklasse-Keepers Peter Gentzel hat die HSG mit Mathias Franzen, Robert Arrhenius und Ljubomir Vranjes noch immer drei Spieler, die am Dienstag beim Länderspiel gegen Deutschland schon wieder in der Ostseehalle sind. Von den sechs THW-Schweden wird dann aber Stefan Lövgren fehlen. Wegen seiner langwierigen Adduktorenzerrung sagte der 33-Jährige ab. "Die Gesundheit geht vor. Da muss ich jede Gelegenheit zur Pause nutzen." Wahrscheinlich wird der THW-Kapitän darauf heute Abend vergeblich warten. Stellvertreter Martin Boquist ist derzeit nicht in der Lage, ihn zu ersetzen. "Im Training ist er immer der beste Spieler", rätselt Lövgren, warum sein Landsmann beim Anpfiff stets zweites Gesicht aufsetzt. "In Island hat er sich getraut, auch nach Fehlwürfen weiter zu schießen. Das ist ein Anfang."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 13.10.2004)
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7

Donnerstag, 14. Oktober 2004, 00:35

Tja ein nicht wirklich spannendes Spiel mit dem wohl verdienten Sieg für Kiel :)
Hoffe die 7 Nordhorner sind gut nach Hause gekommen ;) also nachher irgendwann ;)
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8

Donnerstag, 14. Oktober 2004, 10:10

Aus den Kieler Nachrichten vom 14.10.2004:

Lövgren führte Kiel auf das richtige Gleis Starker THW-Kapitän beim 31:25-Sieg gegen Nordhorn Kiel - Der THW Kiel hat gestern Abend nicht nur die HSG Nordhorn mit 31:25 (20:14) besiegt. Nach zuletzt mäßigen Vorstellungen zeigten die Zebras, wozu sie bei disziplinierter Spielweise in der Lage sind. Trotz eines zehnfachen Torschützen Piotr Przybecki in ihren Reihen, waren die Niedersachen völlig chancenlos.
In Flensburg verschenkten die Kieler den Sieg, weil sie am Ende ihr Konzept verloren. In Göppingen<(a> kosteten viele Fehler wichtige Punkte. Zum Champions-League-Auftakt in Island passte gar nichts mehr zusammen. "Wir sind genervt", brachte Stefan Lövgren die Stimmung innerhalb der Mannschaft vor dem Nordhorn-Spiel auf den Punkt.

Doch gestern Abend zeigten die Kieler ein anderes Gesicht. Ohne eine einzige Zeitstrafe stand die Abwehr felsenfest. Der einzige Spieler, der einen Schlüssel für den engen Gürtel um den guten Mattias Andersson besaß, war ein alter Bekannter - Piotr Przybecki. Der Pole wurde in Kiel drei Jahre gewogen und für zu leicht empfunden. Für Nordhorn warf er gestern zehn Tore. "Es war ein schönes Gefühl, den Zuschauern zu zeigen, dass ich es doch kann", blieb seine Freude dennoch gedämpft. "Wir haben verloren. Das zählt."

Viel mehr als den Ex-Kieler hatten die Gäste im Angriff nicht zu bieten. Jung-Nationalspieler Holger Glandof hatte sein Frühstücksei mit Streusalz gewürzt und der säbelbeinige Pierre Littbarski des Handballs, Ljubomir Vranjes, konnte die Kieler nur am Anfang schrecken.

Im Angriff spulte das Team von Noka Serdarusic die Spielzüge ohne Hast ab. Auch Christian Zeitz hatte das Dynamit in seinem linken Arm gut im Griff. In der Abwehr klaute er gleich dreimal den Ball, vorne glänzte er mit intelligenten Anspielen und sechs Treffern. Was zu beweisen war: Der 24-Jährige ist auch Mannschaftsspieler. Seine Ballgewinne legten in der ersten Halbzeit den Grundstein dafür, dass Kiel von 9:9 (16.) vorentscheidend auf 14:9 (22.) davonzog.

Ein kleiner Bruch in das Spiel der Kieler kam erst in der zweiten Halbzeit, als HSG-Coach Ola Lindgren ("Wir waren nicht in der Lage, diese starken Kieler zu schlagen") den Schrecken jeden Handballers einwechselte. Weltklasse-Torhüter Peter Gentzel ließ nur elf Treffer zu und brachte vor allem seine schwedischen Landsleute schier zu Verzweiflung. Besonders Johan Pettersson zog er den Zahn. "Gentzel hat den Kasten richtig zugemacht. Das kann er." Vor der Leistung seines Ex-Kollegen Przybecki zog der THW-Rechtsaußen tief den Hut. "Wir haben uns in der Abwehr immer wieder abgesprochen. Aber wenn Piotr trifft, dann trifft er."

Noka Serdarusic ging gegen die hoch gehandelten Niedersachen auf Nummer sicher und schickte nach den zuletzt schwachen Vorstellungen von Martin Boquist seinen Kapitän Lövgren als Mittelmann auf die Platte. "Es war sehr wichtig für unser Spiel, dass Lövgren wieder 60 Minuten dabei war."

Er könne richtig Gas geben, hatte der 33-Jährige nach dem Abschlusstraining signalisiert. Und er hielt Wort. Die Anspiele auf Marcus Ahlm waren wieder Güteklasse eins, und wenn der Vorsprung schmolz, dann warf er den Ball einfach selbst ins Tor. Rechtzeitig vor den wichtigen Spielen in der Champions League und dem Bundesliga-Gipfel gegen den HSV Hamburg stellte der Kapitän höchstpersönlich die Weichen, um den neuen Tabellenzweiten wieder ins richtige Gleis zurückzuführen.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 14.10.2004)
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Beiträge: 1 811

Wohnort: Münster

9

Donnerstag, 14. Oktober 2004, 12:31

Zitat

Original von JennyHoffe die 7 Nordhorner sind gut nach Hause gekommen ;) also nachher irgendwann ;)


Naja, sagen wir mal, wir sind angekommen, darüber bin ich schon froh genug... :/
"Manche hängen ihre Fahne nach dem erstbesten Wind,
doch die Liebe beweist sich erst, wenn der Wind zunimmt.
Und Liebe ohne Leiden, das hat noch niemand gesehen.
"


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10

Donnerstag, 14. Oktober 2004, 14:26

Also mit der Mannschaft heim fahren und sich dann noch beschweren ;) du musstest dich wenigstens net mit deinem schlechten Gewissen rumplagen fast eine schwere Körperverletzung mit einem Hallenheft verursacht zu haben :lol:
Es müsste immer Musik da sein,bei allem was du machst.
Und wenn es so richtig Scheisse ist, ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle wo es am allerschönsten ist, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jenny« (14. Oktober 2004, 16:36)


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11

Freitag, 15. Oktober 2004, 18:40

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Und an der Stelle wo es am allerschönsten ist, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.