"Geil, geil, geil sie sind die Größten" oder "das ist Wahnsinn", diese beiden Liedzeilen drücken wohl in etwa aus was wir und auch die Spieler hinterher
empfunden haben.
Locker gezählte 60-70 HSG Fans hatten sich eingefunden, um in der uns bekannten Ecke und auch auf anderen Plätzen die HSG zu unterstützen so gut es
ging. Die allgemeinen Erwartungen waren nicht so optimistisch: Wenn sie hier mit 4-5 Toren verlieren haben sie sich gut verkauft, war der Tenor. Ich
selbst hatte unsere Mannschaft nicht als chancenlos gesehen, denn die Leistungen von Lemgo zuletzt waren auch nicht so konstant. Wenn es bis zum
Schluss eng bliebe, so dachte ich, dann könnte das Publikum den Ausschlag für Lemgo geben. Diese "Demonstration" hatte ich allerdings auch nicht er-
wartet. Das 0:1 zu Beginn war der einzige Rückstand und es kam noch nicht mal mehr zum Unentschieden. Da Holger, der beste Spieler bei Lemgo, die
ersten Tore für sein neues Team warf, konnten wir feststellen, dass es 9:0 oder später 25:3 stand, da bis dahin kaum ein Lemgoer was zählbares zustande
brachte. Es trafen fast nur Nordhorner, unglaublich. Zuerst zaghaft mit unseren Anfeuerungen, fassten wir bei diesen Spielständen mehr Mut zwischen 4200
Zuschauern, und mit "Katze" und HSG-Rufen machten wir uns dann bemerkbar. 15:12 zur Pause. Nach der Pause, Lemgo hatte noch Unterzahl und HSG
Anwurf. Was passierte? Nach gefühlten 5-7 Min. stand es 13:20. Genau so war es in Schaffhausen und beim Rückspiel in Nordhorn gewesen. Für mich ein
gutes Omen. Doch es war noch so lange zu spielen. Zuerst noch entspannt, es hielt sich so bei 5-6 Toren, doch dann gab es ein paar Fahrkarten auf Nord-
horner Seite und plötzlich waren es noch 4, dann 3, es würde doch nicht wieder so enden wie seinerzeit gegen Hamburg? Bitte nicht. Kaufmann kam und
traf zu leicht, auch Herrmann auf der anderen Seite für Holger, der völlig fertig von Feld gegangen war, schlug zu. Und dann war auch das Lemgoer Publikum
wieder wach, war nach der Pause, angesichts der HSG-Leistung recht still geworden. Doch "Katze" machte seinem Spitznamen alle Ehre und hielt mit mehreren
tollen Paraden den Vorsprung fest. Vorne wurde wieder geduldiger gespielt und auch getroffen. Ola hatte in der Auszeit, die wir mit "HSG" Rufen begleiteten,
die Deckung neu eingestellt und dann wurden mehrere Bälle erobert und vorne versenkt. Ca. 10 Min. vor Schluss waren nur noch 3 Lemgoer Spieler auf dem
Parkett, doch das war zu schwer für unsere ansonsten guten Aussen. Zwei völlig freie Versuche blieben erfolglos. Das hätte die endgültige Entscheidung
schon jetzt sein können. Was waren denn das für Gedanken? "Wenn sie bei 55 Min. noch 6 vor haben, dann schaffen sie das". Fast beschwörend, immer und
immer wieder der Blick zur Uhr. Doch unsere Jungs blieben locker und spielten Lemgo in den letzen beiden Min. schwindelig.
Danach gab es nur noch jubeln und feiern. "So gewinnt ihr auch den Europapokal" sagte ich zu" Katze" " Ja hoffentlich. " Ach, du mußt auch noch zur National-
mannschaft, wo findet das statt, damit ich aufpassen kann, dass du heil wieder kommst. "Ist bei mir zu Hause in der Nähe, meine Eltern kommen und passen
auf" strahlte er," alles klar". "Tja, sagte ich zu Bredemeier, der auch da rumlief, "das hast du sicher so nicht erwartet, oder? Nein, auf keinen Fall, aber
die haben super gespielt. Keine Einwände. Vor der Heimfahrt beglückwünschten uns noch mehrere Lemgoer Fans und meinten: bis in 2 Jahren, "Wir arbeiten
dran." Da müssen wir wohl selbst Geld drucken o.ä. wenn sonst keiner hilft.
Vor dem Spiel wurden blau-rote Schilder verteilt, die man zum Fächer falten kann mit der Aufschrift: "Unschlagbar" auf der blauen Seite und "Gut" auf der roten
Seite. Lagen nach dem Spiel überall rum, meinte jemand, könnt ihr mitnehmen, dahinten sind noch mehr. Gesagt getan, finde passen ausgezeichnet zu unserer
Mannschaft. Jetzt eine kurze Ruhepause und dann die nächsten Festtage: Göppingen, Kiel und Valladolid vor hoffentlich überfülltem Haus.