Auch ich war entäuscht, daß kein Bus fuhr wegen zu geringer Fanzahl. Doch hatte ich in
letzter Minute Gelegenheit, mit vier anderen Fans privat zu fahren. Es waren noch vier
HSG-Fans vor Ort, die auch immer privat fahren. Vier Fans saßen auf der einen Längs-
seite, zwei gegenüber und ich war mit den anderen beiden auf den Stehplätzen hinter
dem Tor, auf das sie HSG in der 1. Halbzeit spielen musste. Wie man sich bei dieser Auf-
teilung vorstellen kann, hatten wir so die "Hölle Nord" richtig im Griff. Unsere Mannschaft hat
uns allerdings in der ersten Phase des Spiels ziemlich allein gelassen bei unseren Be-
mühungen, die Halle ruhig zu halten. Erst nachdem Ola bei der wieder frühen Auszeit
bei 6:2 die Einwechslung von Peter, Erlend und Bjarte vorgenommen hatte, nam das
"Unheil" für Flensburg ganz allmählich seinen Lauf. Es wurde ein Gänsehautspiel, das
in der Schlussphase an Dramatik nicht zu überbieten war. Schickten doch die Schieds-
richter, die übrigens nicht gegen uns waren, Rastko in der 58. Min. vom Feld, sodaß
wir das Spiel in Unterzahl beenden mussten. Zwar hatte sich unsere Mannschaft in
Unterzahl bei früheren Gelegenheiten und so auch schon in diesem Spiel recht achtbar
aus der Affaire gezogen. Und wir führten ja noch 30:29. Doch jetzt bei diesem Druck?
Denn die Halle war wieder erwacht, nachdem der HSG-Auftritt vor allem in der zweiten
Halbzeit für Ernüchterung und teilweise auch Unmut bei den Flensburg-Fans gesorgt
hatte. Doch wer anders als Lars Christiansen sorgte mit seinem 10.Treffer für den vor-
läufigen Freudentaumel 30:30. Und nur noch 6 Sek. Ich weiß nicht wie Daniel Kubes
stolpernd, hechtend und taumelnd den Ball noch zu Goran gebracht hat, ich habe nur
noch gebannt auf die Hallenuhr geschaut:3, 2, 1 UUUNNNSSEER SIEIEG in wirklich
allerletzter Sekunde. Ich habe Ola und Vater Glandorf noch nie so hoch springen sehen.
Alle von der Bank wollten sich wie eine Meute auf Goran stürzen, doch der legte erstmal
einen Spurt vorbei an der Haupttribüne hin als wäre er im Euregium, und er wurde auf
der Seite immerhin won zwei Fans bejubelt. Als wir Nordhorn-Fans schließlich alle
auf dem Spielfeld waren, konnten wir noch drei, vier Spielern gratulieren. Die anderen
machten, so Vater Glandorf, der kurz in der Kabine gewesen war, ein richtige Sause
unter der Dusche. Natürlich, wenn nicht jetzt, wann dann?
Wir haben uns dann noch mit dem NDR-Team unterhalten, das am 3. Nov. gegen
Wilhelmshaven ins Euregium kommt. Da es bereits fast 17:30 war boten sie uns an, die
Handballübertragung auf einem Monitor in ihrm Ü-wagen zu verfolgen. Das haben wir
natürlich gerne angenommen und haben dabei erfahren, daß Lemgo in Gummersbach
gewonnen hat, nicht schlecht für uns.
Dann war da noch die Pause auf dem Rückweg wegen Toilette und essen, vorher keine
Zeit, als ein Pkw angefahren kam, Fahrer schnell zur Toilette, dann ein "Hallo" aus dem
Wageninnern."Ja bitte?" Wo kommt ihr her, aha aus Nordhorn, habt ihr hier gespielt,
ja gegen Flensburg gewonnen. "Super, das ist ja gut für uns " zu den anderen im
Wagen, "dann sind wir ja an der Spitze" Da hatten wir Kieler Fans erfreut."Kommt
gut nach Hause", danke, alles klar. Weiter essen und freuen, da- noch ein Pkw, diesmal
mit vier jungen Männern."Ihr seid aus Nordhorn???" unsere Schals waren nicht zu
übersehen. "Habt ihr gegen Flensburg gespielt?? Genauauau! "Und?? Gewonnen!! Geil!!
Das ist gut für Kiel, oder?? Na klar. Auch Kieler Fans, die in Kolding waren um Joachim
Boldsen-Ex-Kieler- zu sehen, war aber nich eingesetzt worden.
Wir hatten dann noch eine fröhliche Rückfahrt und konnten ganz entspannt in den
Sonntag gehen, nicht ohne vorher den 30. Okt. als Termin festzuhalten, ja klar Pokal--
spiel gegen Flensburg im Euregium, ich hoffe, daß dann die Hütte brennt, beim Ticket-
kauf ist bis jetzt noch viel Spiel nach oben, ich hoffe, wir sehen uns!