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Beiträge: 68

Wohnort: Nordhorn

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Sonntag, 7. Dezember 2003, 20:01

Pfullingendesaster

Hey,

also das es ohne Spielmacher in Pfullingen schwer werden würde zu gewinnen...!?

Aber so eine Klatsche..., dass läßt für Dienstag Abend nichts Gutes ahnen.
Hoffentlich wirds dann besser.

Beiträge: 15

Wohnort: Nordhorn

2

Montag, 8. Dezember 2003, 21:03

HSG vergeht Hören und Sehen

VON GABRIELA THOMA

PFULLINGEN. Na also: Der Bann ist gebrochen, die Mannschaft ist erleichtert und die Fans sind wieder euphorisiert. Mit ansteckender Begeisterung haben die Bundesliga-Handballer des VfL Pfullingen am Samstagabend beim 39:29 (19:14)-Kantersieg gegen die HSG Nordhorn nach den Turbulenzen um ihren Trainer die einfache Weisheit des Mannschafts-Spitzensports bewiesen, dass die Wahrheit auf dem Platz liegt.

Höchst konzentriert sowie lauf- und einsatzfreudig machten sie aggressiv die Räume eng, attackierten früh und konsequent und schlossen konzentriert und zielstrebig ab. So zielstrebig und vor allem temporeich, dass den überraschend schwachen Gästen aus Niedersachsen bei den 65 VfL-Angriffen - davon 17 Kontern - das Hören und Sehen verging. Während die HSG ins Mittelmaß abzustürzen droht, gab der VfL nach zuletzt sieben sieglosen Spielen die rote Laterne ab und katapultierte sich auf Platz 16 punktgleich mit dem Tabellen-15. Wilhelmshaven.

»Ich bin ganz locker in dieses Spiel reingegangen. Die Verkrampfung hat sich gelöst. In den letzten zwei Wochen habe ich das beste Training seit langem erlebt. Es macht wieder richtig Spaß,« beschrieb Ralf Bader nach seiner unglaublichen Vorstellung als rechter Rückraum-Mann die neue Aufbruchstimmung beim VfL.

Weil Andrej Kurchev wegen seiner Schulterverletzung gehandicapt war, blieb es vor allem dem 23-jährigen Ralf Bader vorbehalten, neben seinen eigenen famosen Trick-Treffern den diesmal sensationell wirbelnden Rechtsaußen Alexander Trost in Szene zu setzen. Mit sechs Toren verewigte sich der 22-jährige Youngster Trost in der Torschützenliste und nahm anschließend etwas verlegen die Komplimente entgegen: »Es scheint, dass mir besonders die starken Torhüter liegen.«

Ein wenig spielte Trost darauf an, dass er dem weltbesten Torhüter, dem Schweden Peter Gentzel, einfach mal so den Zahn gezogen hatte. »Aber ich bin auch von Bader und Breitenbacher sehr gut mit Bällen versorgt worden«, reichte der mit einem begnadeten Schussverhalten begabte Trost die Glückwünsche an seine Mannschaftskameraden weiter.

In der Tat war der in dieser Höhe nie erwartete Erfolg das Ergebnis einer kompakten Mannschaftsleistung, mit der die Pfullinger die Mannen aus der Grafschaft ganz schön alt aussehen ließen. So wuchs VfL-Keeper Kai Hüter mit 23 Paraden über sich hinaus und so steuerte neben Trost auf Rechtsaußen auch noch der wie die Feuerwehr abgehende Vladimir Temelkov sechs Treffer bei.

»Unsere Linkshänder haben so viel Qualität gezeigt wie in den letzten sechs Jahren nicht und schon in der ersten Halbzeit so viele Tore geschossen wie sonst in zwei Spielen nicht«, freute sich VfL-Trainer Rolf Brack nicht nur über Bader, Trost und Temelkov, sondern insgesamt über die famose Leistung seiner Truppe zu seinem 50. Geburtstag.

Eineinhalb Jahre hätte man darauf gewartet, mal einen der Großen der Liga zu schlagen. »Heute ist dieser Traum in Erfüllung gegangen«, sagte Brack, der demnächst in noch luftigere Höhen abheben kann. Die Mannschaft schenkte ihm einen Fallschirm-Tandemsprung aus 4 000 Metern Höhe mit der Turn-Legende Eberhard Gienger und die VfL-Vorstandsriege Karten fürs Final-Four-Turnier. Und Mitleid mit der ersatzgeschwächten HSG, die zum rechten Zeitpunkt der rechte Aufbauhelfer für die Pfullinger war, hatte angesichts der Feststimmung keiner.

Schließlich habe man verdient endlich mal das Glück des Tüchtigen gehabt, waren sich die Spieler einig, rissen nach dem Schlusspfiff die Arme hoch, tanzten Ringelreihen und schmetterten dann freudetrunken Schlachtgesänge. So war Holger Breitenbacher nur noch überwältigt: »Wir haben den Druck angenommen. Durch die Bank haben wir alle auf auf einem sehr hohen Niveau gespielt.«

Selbst Bracks Blockwechsel nach rund einer Viertelstunde blieb folgenlos. Doch die Richtigkeit und Nützlichkeit dieser Maßnahme ist deshalb auch nicht bewiesen. Immerhin schaffte das Pfullinger Team die so genannte Quadratur des Kreises, hielt Ordnung, ohne den Individualismus und die Intuition seiner einzelnen Spieler zu ersticken.

Und weil absehbar ist, dass Tobias Heger nach seinem Kreuzbandriss auch sehr bald wieder ins VfL-Gehäuse zurückkehrt, dürfte selbst ein längerfristiger Ausfall von Torhüter Michael Hoffmann wegen eines Knorpelschadens im linken Knie aufzufangen sein. (GEA)