Schön, wenn sich hier wieder die "Berufskritiker" tummeln

Aber keine Angst, viel Gutes kann ich zum Spiel auch nicht schreiben *g*
Kommen wir doch mal zu den Fakten:
- die Jungs haben gegen vermeintlich besser spielende Gegner oftmals Punkte geholt, sogar auswärts
- sie haben zuhause gegen Aufstiegsaspiraten wie Minden gewonnen
- sie haben zuhause gegen vermeintlich schlechter einzustufende Mannschaften Punkte liegen lassen
- viele Spiele waren vom Endergebnis her sehr eng und hätten "so oder so" ausfallen können
- unsere Mannschaft besteht aus einer durchaus guten, eingespielten und erfahrenen Stamm-6, dahinter sind viele regionale Talente (wie übrigens früher von allen immer gefordert), die wie z.B. bei Alex Terwolbeck auch regelmäßig ihre Spielanteile erhalten
Was stimmt jetzt daran nicht? Welche Fragen lassen sich aufwerfen?
- Warum gewinnt man gegen besser eingestufte Mannschaften?
- Warum verliert man gegen vermeintlich schlechtere Gegner?
- Erreicht der Trainer die Spieler noch, kann er sie auch gegen die schlechter eingestuften Gegner ausreichend motivieren?
- Sind unsere Nachwuchstalente bzw. Spieler wie Terwolbeck gut genug für die 2. Liga?
Ich glaube, dass man kritisch hinterfragen darf. Aber genauso muss ich mich von der Überlegung / von meinem Wunsch verabschieden, dass die HSG in einer
eingleisigen 2. Liga schon sofort oben mitspielen kann. Das sitzt bei einigen zumindest nach meinem Empfinden noch in den Köpfen. Früher nannte man diese "Erfolgs-Fans", was ich aber ausdrücklich nicht (!) auf die sich hier äußernden Teilnehmer beziehe.
Was viele unterschätzt haben (in eingeschlossen), ist die Leistungsdichte der 2. Liga. Da kann man am Tabellenplatz nicht die mögliche Leistungsstärke einer Mannschaft einschätzen. Es kommt stark auf die Tagesform und die innere Einstellung an. Dass man gegen vermeintlich schlechtere Mannschaften verliert, dazu noch zuhause, ist da für mich nur eine logische Folge. So gut, wie unsere Jungs auswärts gegen vermeintlich bessere Mannschaften spielen, so spielen unsere Gegner gegen uns, wenn wir wie angeblich bessere Mannschaft sind. Und ich glaube die anderen Fans in Emsdetten und Co ärgern sich genauso.
Klar, ich ärgere mich fürchterlich, wenn ich hier in Hameln vor dem Live-Ticker sitze und Niederlagen sehe und dann später Spielberichte wie z.B. von RAWI lese. Und ja, wenn ich Eintritt für ein Handball-Spiel zahle, kann ich zumindest eine kämpferische Einstellung der Heim-Mannschaft erwarten. Aber dann muss ich auch das Durchschnittsalter der Mannschaft sehen. Viele Spieler auf der Bank sind (wenn überhaupt) gerade einmal 20 Jahre und es fehlt an der Erfahrung im psychischen Bereich. Auch bei den älteren Spielern kann ich nicht verlangen, dass sie über eine gesamte Saison die Konzentration so hoch halten können wie notwendig, das kennt auch jeder von uns von seiner täglichen Arbeit.
Dem Trainer dann vorzuwerfen, dass er die Mannschaft nicht erreicht oder motivieren kann, kann ich nachvollziehen, aber mit einigem Nachdenken nicht verstehen. Wenn die Mannschaft jetzt eine extrem lange Serie von Niederlagen hinter sich hätte, ok, dann würde ich die Frage offen in den Raum stellen. Sie hat aber auf Niederlagen immer Reaktionen gezeigt.
Vor der Saison haben - genauso wie ich - wahrscheinlich auch andere hier ein wenig geschluckt, als es hieß, dass der Etat unter 1 Million liegt. Ob das jetzt richtig ist oder nicht, lasse ich dahingestellt. Fakt ist aber, dass ich damit nicht erwarten kann, in der Spitzengruppe mitzuspielen, weil die Qualität in der Breite einfach fehlt (weil ich sie nicht bezahlen kann!). Sollte es doch so sein, wäre das reines Glück...
Also - Kritik finde ich gut und ist wünschenswert, da hoffentlich die Mannschaft hier auch mal reinschaut. Aber bitte mit etwas Abstand zum Spiel :-)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HSG-Fan« (11. Dezember 2011, 16:43)