Noch ein Bericht aus den Online News von heute:
Stadt will HSG mit 100000 Euro helfen - Aber nur bei Lizenz für die 1. Liga
Die Stadt Nordhorn ist bereit, ihre finanzielle Unterstützung für die HSG Nordhorn aufzustocken. Allerdings knüpfen Rat und Bürgermeister Meinhard Hüsemann eine Bedingung daran, dass die Summe von 100000 Euro dem EHF-Pokalsieger zufließt, dem der Zwangsabstieg im Falle der Insolvenz seines wirtschaftlichen Trägers droht: Sie erhoffen sich in diesen Tagen vom Ligaverband HBL eine schriftliche Bestätigung, „dass die Lizenz des Europapokalsiegers für die nächste Saison in der Ersten Bundesliga aufrecht erhalten bleibt“.
Nur für diesen Fall, so erklärte Hüsemann gestern, würde die Stadt dem neuen wirtschaftlichen Träger des Bundesligisten, der HSG Nordhorn-Lingen GmbH, für den Zeitraum vom 1. September 2008 bis 31. Dezember 2009 100000 Euro zur Verfügung stellen. Der ursprünglich vorgesehene Betrag von 60000 Euro sei per Beschluss des Verwaltungsausschusses um weitere 40000 Euro angehoben worden. Damit sieht der Bürgermeister die „phantastische Werbung“ der Handballer für die Stadt honoriert: „Das ist Steuergeld für Marketing“, sagte er und stellte klar, „aber nicht für ausstehende Spielergehälter und Steuerschulden. Wir wollen mit der Vergangenheit nichts zu tun haben.“
Dass die Stadt bereit ist, mit 100000 Euro ihren Teil dazu beizutragen, die Zukunft des Handballs in der Region zu sichern und sich einen hervorragenden Werbeträger zu erhalten, so Hüsemann, „haben wir auch dem Insolvenzverwalter mitgeteilt“. Ob Ulrich Zerrath die Summe in seinen Planungen tatsächlich berücksichtigen kann, scheint angesichts der Bedingung der Stadt allerdings fraglich. „Nach Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter habe ich meine Zweifel, dass die von uns geforderte Bestätigung der HBL kommt“, sagte Hüsemann. Zerrath war gestern für eine Stellungnahme ebenso wenig zu erreichen wie der HBL-Vorsitzende Frank Bohmann.
Wie Hüsemann weiter mitteilte, sei auch der Lingener Oberbürgermeister Heiner Pott bereit, die ursprünglich auf 80000 Euro taxierte Unterstützung der Ems-Stadt zu erhöhen. Dazu gab es gestern aus dem Lingener Rathaus lediglich die Auskunft, dass eine für heute geplante Sitzung des Verwaltungsausschusses zum Thema HSG um 14 Tage verschoben worden sei. Beim Landkreis Grafschaft Bentheim ist finanzielle Unterstützung für die HSG kein Thema. Landrat Friedrich Kethorn: „Es ist seit Jahren unsere Position, Steuergelder weder in die HSG noch in andere Mannschaften zu leiten.“ Er wolle jedoch behilflich sein, Kontakte zu potenziellen Sponsoren einzufädeln.
Bei allem Engagement für die Zukunft der HSG: Wie die Vergangenheit bewältigt werden soll, ist auch Hüsemann ein Rätsel. „Ich fürchte, das Loch ist so groß, dass es nicht mehr geschlossen werden kann.“ Die HSG-Sportmarketing GmbH & Co. KG hat angeblich Schulden in Millionenhöhe angehäuft. Gläubiger sind zum Beispiel das Finanzamt, das dem Vernehmen nach nicht gezahlte Lohnsteuer in Höhe von mehreren hunderttausend Euro fordert, und die Spieler, die auf mehrere Monatsgehälter warten. Auch die Spieler, so Hüsemann, müssten ihren Teil beitragen: „Ohne Gehaltsverzicht wird es nicht gehen.“ Der Nordhorner Bürgermeister, der vor allem die Fans für ihre treue Unterstützung und die Spieler für ihre Moral und Leistungsbereitschaft bewundert, sagte zudem: „Es wäre schade, wenn es mit der HSG so zu Ende gehen würde.“ Doch der Bürgermeister gab auch zu bedenken: „Was sich zuletzt sonst um die HSG abgespielt hat, war schlecht für das Image auch der Stadt Nordhorn.“
Schöne Grüße, Fireball