17.02.2009
Bohmann übt viel Kritik an der HSG
HBL fühlt sich nicht ausreichend informiert – Erneute Strafe droht
<img src="http://www.gn-online.de/level9_cms/cache/artikel_2009_02_343103-FrankBohmann-ww_300x300.jpg" align="left" />fh Nordhorn. Die HSG Sportmarketing GmbH & Co. KG hat gestern wie angekündigt Insolvenz angemeldet. Das bestätigte das Amtsgericht Nordhorn. Indes redete Frank Bohmann über den vor der Zahlungsunfähigkeit stehenden wirtschaftkichen Träger des Handball-Bundesligisten Tacheles. Der HBL-Geschäftsführer hält den Nordhornern vor, die abgesprochenen Sanierungsmaßnahmen „nicht voll umfänglich umgesetzt“ zu haben. Was das Sanierungskonzept genau beinhaltet, will er öffentlich nicht sagen. Grund: Das gehöre zum Lizenzierungsverfahren und sei daher vertraulich.
Doch dass bei der HSG weiter wie bisher gemauschelt wird, wenn über die Verfehlungen stets der Mantel des Schweigens gehüllt wird, sieht er genau so. „Die Transparenz bei der HSG muss viel, viel höher werden“, fordert Bohmann, die HBL „fühlt sich nicht ausreichend informiert“. Der Vorwurf aus Dortmund: „Die HSG ist ihrer Berichtspflicht Anfang Februar nicht nachgekommen. Das ist erneut ein Verstoß gegen Lizenzauflagen und die HSG muss mit einer Strafe rechnen.“ Mit 5000 Euro und einem Vier-Punkte-Abzug ist der EHF-Pokalsieger in dieser Saison bereits belegt worden.
Stattdessen erfuhr Bohmann am Donnerstag überraschend von der Option, Insolvenz anmelden zu müssen. Und als wäre das nicht schon überraschend genug: „Einen Tag später höre ich, dass es im Grunde gar keine andere Chance gibt.“
Auch was das Ergebnis der Untersuchung der Steuerbehörden beim Finanzamt Bad Bentheim angeht, sei man in Dortmund „nur mutmaßlich“ informiert worden und die Angaben aus Nordhorn „eher diffus“ gewesen. Bohmann: „Da liegt offenbar eine Forderung vor und ist Teil des Problems.“
Für Bohmann resultiert die chaotische Lage in Nordhorn aus jahrelanger Misswirtschaft. Das habe wie in Essen, wo gegen den TuSEM ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, das zum Zwangsabstieg in die 2. Bundesliga führte, „nichts mit der aktuellen Finanzkrise zu tun“. Und zum anderen prangert der HBL-Geschäftsführer die interne Organisation an: „Strukturen, die von einer Person abhängig sind, sind noch immer gescheitert“, zielt er in Richtung der Allmacht von Mamager und Geldgeber Bernd Rigterink. Warnende Beispiele habe es in Essen, Wallau oder Niederwürzbach gegeben. „Wer seinen Auflagen nicht nachkommt“, wettert Bohmann „hat seinen Laden nicht im Griff.“
Dennoch sieht er die Chance der HSG, die Lizenz für die 1. Bundesliga zu erhalten, nocht nicht vertan. Die Voraussetzungen: Zum einen müsse die drohende Insolvenz abgewendet werden. Und vor allem: „Bis zum 30. April müssen sämtliche Zweifel an der Zahlungsunfähigkeit ausgeräumt werden.“ Der Lizenzantrag der neu gegründeten HSG Nordhorn-Lingen GmbH liegt der HBL bereits vor. Und bis zum 1. März müssen die unterlagen komplett eingereicht sein.
Bis dahin verspricht es in Nordhorn und Dortmund in Sachen HSG eine aufregende Zeit zu werden. „Ich bin schon ganz gespannt auf das Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter“, sagt Bohmann, „mal sehen, ob der Licht ins Dunkel bringen kann.“
Quelle: GN-Online