Bittere Pleite für den VfL Hameln in der Handball-Regionalliga. Vor nur 250 Zuschauern verloren die Hausherren denkbar knapp und unglücklich mit 30:31 (14:13) gegen die HSG Nordhorn II und stehen drei Spieltage vor Saisonende mit einem Bein in der Oberliga. Während sich Trainer, Spieler und Manager an den letzten theoretischen Strohhalm klammern (drei Siege aus drei Spielen), brachte Team-Sprecher Reiner Glatz die bittere Realität auf den Punkt: „Wenn uns jetzt der liebe Gott nicht mehr hilft war’s das.“
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Die Niederlage haben sich die Hamelner letztendlich selbst zuzuschreiben, weil trotz aufopferungsvoller Deckungsarbeit im Angriff einfach zu viele klare Torchancen ausgelassen wurden. Neben drei Siebenmetern (zweimal Oliver Glatz, einmal Christian Raddatz) wurden noch zahlreiche „Freie“ versemmelt. Unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit zog der VfL bis zur 38. Minute auf 19:14 davon, hatte kurz darauf die Möglichkeit auf sechs Tore wegzuziehen, was nicht gelang und sich letztendlich rächen sollte.
Die Nordhorner Bundesliga-Reserve fand in die Partie zurück, holte Tor um Tor auf und erspielte sich eine knappe Führung. Die Trumpfkarten der Grafschafter lagen auf den Außenpositionen, von denen David Kalter (9) und Florian Lammering (5) insgesamt 14 Treffer markierten. Ein Wert, von dem die VfL-Außen nur träumen können. In der hektischen und dramatischen Schlussphase erzielte HSG-Spielertrainer Heiner Bültmann eine halbe Minute vor dem Ende den entscheidenden 30:31-Siegtreffer. Kurz darauf sah Nordhorns Stephan Wilmsen nach einer harten Attacke gegen VfL-Kapitän Oliver Glatz die Rote Karte. Gleiches Schicksal ereilte in der 50. Minute auch Hamelns David-Niclas Emmel nach dritter Zeitstrafe.
In Überzahl suchten die Hausherren noch einmal die Chance zum Ausgleich, doch ein Wurf von Jannis Pille wenige Sekunden vor dem Ende strich knapp über das Nordhorner Gehäuse. Aus und vorbei! „Die Spieler sind jung und stehen unter enormen Druck. Da ist bei jedem Wurf auch ein Stückchen Angst mit dabei. Jetzt müssen wir eben die letzten drei Spiele gewinnen,“ wollte Trainer Hajo Wulff keinem seiner Spieler einen Vorwurf machen, sah die Ursache für die Niederlage eher in den beiden Schiedsrichtern Weiss und Köhnken: „Da kämpfen meine Jungs mit stinknormaler Härte aufopferungsvoll um den Klassenerhalt und hätten den Sieg verdient gehabt und dann kommen da zwei Herren ohne jegliches Feingefühl daher, messen bei Zeitstrafen mit zweierlei Maß und machen uns alles kaputt.“
Sicherlich hatten die Unparteiischen nicht ihren besten Tag, andererseits besaß der VfL auch genügend Chancen, den Sack zuzumachen, was auch Routinier Christian Raddatz so sah: „Sicher haben die Schiedsrichter die ein oder andere unglückliche Entscheidung getroffen, aber letztendlich müssen wir uns an unsere eigene Nase fassen. Wir hatten die Chance auf sechs Tore wegzuziehen, dass haben wir nicht geschafft. Stattdessen sind wir an unseren eigenen Nerven gescheitert und haben durch die Bank weg zu viele individuelle Fehler gemacht.“
VfL Hameln: Rosenthal, Treuthardt; Pille (10), Glatz (8/5), Heemann (5), Hylmar (4), Raddatz (3/1), Wick, Staniszewski, Emmel, Höltje.
Jürgen Kohlenberg
http://www.vfl-hameln.de
erstellt am 27.04.2009